Hier wird behutsam rückgebaut – das freut Eisvogel, Huchen und Co. Ein Öko-Lokalaugenschein der „Krone“ an der behutsam renaturierten Pielach in Niederösterreich.
Wo die Wellen jetzt sanft mit dem Herbstlaub spielen, darf die Pielach wieder ihrer natürlichen Freiheit entgegenströmen. Denn die besondere Lebensader wurde von ihrem Korsett befreit – für Fische, Vögel und Pflanzen, aber auch für den Schutz der Menschen vor Hochwasser. Durch gezielte Aufweitungen, Totholzpakete und Buhnen wurde auf rund 5,6 Kilometern die Natur wieder in Urwildnis verwandelt. Alte Wanderhindernisse verschwanden, neue Biotope entstanden.
Platz für Fauna und Flora
Zu den kostbaren Schätzen des Pielachtales zählen der blitzblaue Eisvogel und der mächtige Huchen, auch Donaulachs genannt. Hier flosselt eine der letzten Populationen dieser eindrucksvollen Fischart. „Mit mehr Struktur und Raum fließt das kostbare Nass wie einst. Wir haben gemeinsam aus Achtung vor der Schöpfung gehandelt“, betonten Landesvize Stephan Pernkopf, Weinburgs Ortschef Michael Strasser, Landesfischermeister Karl Gravogl und Grundbesitzer Alexander Tacoli.
Verbesserter Hochwasserschutz
Die Renaturierung schafft aber nicht nur wertvollen Lebensraum, sondern verbessert auch den Hochwasserschutz durch Rückhaltezonen. 52 Hektar umfasst der Entwicklungskorridor, davon wurden 32 Hektar gekauft, entschädigt oder wertgleich getauscht. Rund 4,6 Millionen Euro fließen in das Projekt – unterstützt von EU, Bund, Land, Fischerei und auch der Gemeinde Ober-Grafendorf. Pernkopf: „Damit bekommt die Pielach ein Stück jener Freiheit zurück, die ihr einst durch Regulierung genommen wurde. Das Plätschern dazwischen klingt wieder nach unberührter Natur.“
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