Hohe Fluktuation

Einbürgerungs-Behörde laufen Mitarbeiter davon

Wien
28.10.2026 05:15

Die Wiener Chaos-Abteilung MA 35 kämpft nicht nur mit Korruptions-Ermittlungen, sondern auch gegen enorme Personal-Fluktuationen. Ein Insider: „Die Stimmung ist sehr schlecht, man hält es kaum aus.“ Zahlen belegen das. 

Was sind denn die Probleme bei der Behörde für Einwanderung und Staatsbürgerschaft (MA 35)? Ein Insider, der Name ist der Redaktion bekannt, kennt sie zur Genüge: „Wir haben Führungslosigkeit erlebt, schlechte Stimmung, ständig wechselndes Personal, Druck von oben, Druck von den Klienten, Beschimpfungen durch Kunden, massive Bürokratie und einige Vorgesetzte, die einen schneiden, wo es nur geht.“

„Haben erlebt“, deswegen, weil auch dieser Mitarbeiter den Hut genommen hat, solange er noch einen kühlen Kopf behalten konnte: „Sonst wäre ich in der Abteilung bestimmt verrückt geworden. Ich habe es nicht länger ausgehalten.“

Mitarbeiter war in Haft
Neben den hier oft berichteten Problemen, die von Volksanwaltschaft bis Stadtrechnungshof viele Prüfer beschäftigen, erschüttert auch ein Korruptionsskandal die Chaos-Behörde. Für Bares gab es beschleunigte Verfahren – so der Vorwurf. Ein Mitarbeiter saß vorübergehend in Haft, eine Vorgesetzte wurde entlassen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Es kam sogar zu Hausdurchsuchungen in der Zentrale in der Dresdner Straße.

Blick in die MA 35
Blick in die MA 35(Bild: Imre Antal)

„Gerade die Fluktuationen beim Personal sind ein Problem“, so der Insider weiter. Die Zahlen werden von einer Sprecherin der Behörde auch bestätigt: „Seit 1. Jänner haben 57 Personen die Abteilung verlassen.“ Also mehr als eine Person pro Woche im Durchschnitt. „23 davon auf eigenen Wunsch, weitere sechs sind pensioniert worden.“ Der Rest setzt sich so zusammen:

  •  3 Einvernehmliche Auflösungen,
  • 3 Kündigungen durch die Dienstgeberin,
  • 3 Entlassungen,
  •  2 Versetzungen,
  •  17 zeitliche befristete Verträge sind ausgelaufen.

Zum aktuellen Personalstand heißt es von der Abteilung: Insgesamt gibt es 867 Mitarbeiter inklusive Lehrlinge, Praktikanten und Karenzierte, 94 Personen befinden sich in Teilzeit. Und weiter: „Bis Ende des Jahres sollen noch 23 Stellen besetzt werden.“ Der Insider aber weiß: „Ohne strukturelle Reformen und ohne klare Führung werden auch die neuen Mitarbeiter nicht lange dort verbleiben.“

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