Frauenhass und mehr

Morddrohung im Klassen-Chat: Bursche verurteilt

Gericht
27.10.2026 19:41

Wenig Schlaf, eine Kokainsucht und Abweisung von Mädchen trieben einen 17-Jährigen in ein gefährliches und frauenverachtendes Netzwerk. Weil er letztlich mit einer Bluttat in einem angesehen Wiener Sportgymnasium drohte, sitzt er vor Gericht – und wird verurteilt.

Im blauen Anzug sitzt der 17-Jährige aus gutem Elternhaus vor der Wiener Richterin. Und spricht über gleich mehrere Baustellen: „Ich hab’ damals nur ein oder zwei Stunden geschlafen.“ Das Resultat seines täglichen Kokainkonsums. Noch dazu kam: „Ich war so frustriert, weil meine Ex-Freundin Schluss gemacht. Ich wurde auch oft abgewiesen von anderen Mädchen.“

„In die Manosphere geflüchtet“
Der ehemalige Schüler eines angesehenen Wiener Sportgymnasiums rutschte völlig ab: „Ich hab’ mich in die Manosphere geflüchtet.“ Ein frauenfeindliches, gewaltverherrlichendes Netzwerk im Internet. Die Drohungen richteten sich zuerst gegen seine Ex-Freundin – wie sie es verdiente hätte, dass ihr abscheuliche Sachen angetan werden. Dann hetzte er in seinen Chat-Nachrichten gegen Frauen generell. Ein Beispiel: „Frauen sind wie Hunde.“

Anwalt Christian Werner verteidigt den 17-jährigen Ex-Schüler.
Anwalt Christian Werner verteidigt den 17-jährigen Ex-Schüler.(Bild: „Krone“, Krone KREATIV)

Bis er Mitte September in der Klassengruppe auf WhatsApp ankündigte: „Ich hab‘ schon öfter überlegt einen Anschlag auf diese verf... Schule zu machen und diese Tiere abzuschlachten.“ Verteidiger Christian Werner muss ein Lob aussprechen: „Seine Freunde haben richtig gehandelt und sofort die Behörden eingeschalten.“ Und sie unterstützen den 17-Jährigen jetzt noch: Der Gerichtssaal ist gefüllt mit seinen ehemaligen Klassenkollegen.

Straftat
Gefährliche Drohung (JGG)
Strafrahmen
Bis zu sechs Monate Haft
Urteil
1 Monat bedingt
nicht rechtskräftig

Er befindet sich mittlerweile in engmaschiger Psychotherapie. Thema „Manosphere“? „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das alles Blödsinn ist.“ Das Sportgymnasium besucht er natürlich nicht mehr, hat nun vor ein freiwiliiges soziales Jahr in einem Pflegeheim zu absolvieren. Einen Monat bedingte Haft setzt es für die gefährlichen Drohungen trotzdem – nicht rechtskräftig.

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