Viel mehr als Zuckerl

Von Tür zu Tür: Warum Kinder Halloween lieben

Oberösterreich
30.10.2026 17:00

Schaurige Kostüme, dunkle Vorgärten und prall gefüllte Naschsackerl: Wir haben uns umgehört, wie kleine Grusel-Fans in Oberösterreich den 31. Oktober verbringen – und was Halloween wirklich so besonders macht.

Die ersten Kürbislaternen flackern vor den Haustüren auf, irgendwo klimpert ein Hexenhut und aus einem Sackerl raschelt es verdächtig. Die Mutigen stürmen schon voran und klingeln, während die Vorsichtigeren erst einmal hinter Papas Beinen hervorspähen. „Süßes oder Saures?“ Wie groß dann die Freude ist, wenn sich eine Tür öffnet und die kleinen Monster nicht nur mit einem „Boah, ihr schaut aber furchtbar aus!“ begrüßt werden, sondern auch noch ins Naschkörbchen greifen dürfen! Aber wehe, das Kostüm wird nicht auf Anhieb erkannt. Dann folgt auf die Frage „Und was bist du?“ schon einmal ein empörtes „Ein Zombiegespensterjäger!“ Als wäre das nicht offensichtlich.

Für Kinder ist der Halloween-Rundgang viel mehr als nur eine Gelegenheit, die Süßigkeitenvorräte aufzustocken. Aber was genau ist es eigentlich, das dieses Fest so besonders macht?

Der Spaß beginnt schon vor dem ersten Klingeln
Bei Dorothea (10), Isabella (8) und Alexander (4) aus Fraham zum Beispiel beginnt die Aufregung schon lange vor dem ersten Klingeln. „Das Basteln, Dekorieren, Schminken, Verkleiden und wenn der Papa das Haus gruselig beleuchtet – das macht immer viel Spaß“, erzählen die drei. Am Abend dann der Höhepunkt: Mit den Nachbarn von Tür zu Tür ziehen, Süßigkeiten sammeln und die Leute erschrecken. „Wir sind immer so zwanzig Personen. Danach kommen alle bei einer Station zusammen. Dort darf genascht und gespielt werden, letztes Jahr gab es sogar Pommes für alle!“

Lion (8) aus Braunau liebt das Verkleiden. Er freut sich an Halloween über Obst und Kekse.
Lion (8) aus Braunau liebt das Verkleiden. Er freut sich an Halloween über Obst und Kekse.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)
Sophia (8) aus Altheim gefällt besonders, dass so viele Kinder und auch Erwachsene im Kostüm ...
Sophia (8) aus Altheim gefällt besonders, dass so viele Kinder und auch Erwachsene im Kostüm unterwegs sind.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)
Andreas (9), Gregor (7) und Marlies (4) aus Katsdorf sind sich einig: „Die Deko und das ...
Andreas (9), Gregor (7) und Marlies (4) aus Katsdorf sind sich einig: „Die Deko und das Kürbisschnitzen sind das Beste!“(Bild: privat)
Mit Freunden die Nachbarn erschrecken und die vielen Süßigkeiten – das sind für Dorothea, ...
Mit Freunden die Nachbarn erschrecken und die vielen Süßigkeiten – das sind für Dorothea, Isabella und Alex die Highlights!(Bild: privat)

Auch der Kleinste im Bunde ist mit Feuereifer ganz vorne mit dabei. Nur wenn es irgendwann stockdunkel ist, wird Alex manchmal doch ein bisserl mulmig. „Dann gebe ich wem die Hand.“ Schließlich kann man auch im Grusel-Outfit nie vorsichtig genug sein. Und wenn es an einer Tür mal nichts Süßes gibt? „Dann gehen wir halt zur nächsten weiter.“

Süßes? Saures? Bitte mit Manieren!

  • Alle Kinder warten zusammen und gehen gemeinsam von Haus zu Haus.
  • Einmal Klingeln reicht.
  • Wo alles dunkel ist, wird nicht geläutet. Halloween-Deko ist oft ein guter Hinweis, ob Besuch erwünscht ist.  
  • Vorgärten sind keine Abenteuerspielplätze.  
  • Keine Streiche – weder an Haus noch an Mensch.  
  • Abfall gehört in den Mistkübel.  
  • Süßigkeiten vor der Haustür sind kein All-you-can-eat-Buffet: Bitte nur eines nehmen – die anderen möchten schließlich auch noch etwas!  
  • Bitte und Danke sagen und freundlich bleiben – das geht auch als Zombie.

Da Halloween eine Ausnahme ist, darf bei den drei Geschwistern am 31. Oktober auch mal mehr genascht werden, als sonst. „Das ist voll cool. Aber nicht alles auf einmal, sonst wird uns schlecht! Vorher müssen wir außerdem was Gesundes essen.“ Eine Sache stellt Alex gegenüber seinen großen Schwestern schon vor der Zuckerl-Inventur unmissverständlich klar: „Meine Lieblingssüßigkeiten gebe ich nicht her!“

Keine Angst vor Monstern: „Die sind ja nur verkleidet!“
Für Sophia (8) aus Altheim war ein Halloween-Rundgang dann ein voller Erfolg, wenn den Leuten an der Türschwelle beim Anblick ihres Kostüms so richtig das Blut in den Adern gefriert. Heuer zieht sie als Harley Quinn los. Sie selbst fürchtet sich nicht: „Ich weiß, dass unter den Maskierungen echte Menschen sind.“ Dass so viele Kinder und auch Erwachsene verkleidet unterwegs sind, gefällt Sophia am meisten an Halloween. Und selbst wenn die Süßigkeiten einmal ausgehen, bleibt die 8-Jährige gelassen: „Dann freue ich mich auch über Obst oder dergleichen.“ 

Halloween funktioniert auch ohne Nascherei
Dass der Gruselspaß nicht von der Größe der Beute abhängt, bestätigt Lion (8) aus Braunau. Aufgrund einer Erkrankung kann er keine Süßigkeiten essen, weshalb seine Eltern für extra viel Obst und Kekse sorgen – und natürlich wird Halloween trotzdem gefeiert.

Auch bei den älteren Kindern ist die Begeisterung für Halloween groß. Frida (12) und Samuel (11) ...
Auch bei den älteren Kindern ist die Begeisterung für Halloween groß. Frida (12) und Samuel (11) aus Feldkirchen an der Donau ziehen mit ihren Freunden um die Häuser – „vermutlich mit ein paar Narben im Gesicht.“(Bild: Markus Schütz)

Denn am 31. Oktober geht es längst nicht nur ums Naschen. Die Zeit mit Freunden, das Verkleiden und Erschrecken sowie die Möglichkeit, einen Abend lang jemand anderer sein zu dürfen, sind mindestens genauso wichtig. Ob mit Zuckerl, Obst oder Pommes: Am schönsten ist Halloween doch, wenn man sich gemeinsam gruselt – und dabei jede Menge Spaß hat.

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