Neue Sorgen für Königin Mette-Marit: Während ihr Sohn Marius Borg Høiby derzeit mit Fußfessel auf Schloss Skaugum auf seinen Berufungsprozess wartet, muss sich auch ihr Bruder Espen Høiby bald vor Gericht verantworten. Der 67-Jährige wurde laut norwegischem TV-Sender NRK von 60 früheren Studenten verklagt.
Hintergrund der Klage: Høiby war Teilhaber der Flugschule „Pilot Flight Academy“, die Anfang des Jahres für insolvent erklärt wurde. Rund 160 angehende Piloten verloren dadurch ihren Ausbildungsplatz, etwa 40 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.
Flugschüler fordern Geld zurück
Besonders bitter: Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits zahlreiche Flugschüler für ihre Ausbildung zu Piloten bezahlt. Kostenpunkt: umgerechnet rund 110.000 Euro.
Mithilfe der Gewerkschaft „Parat“ haben nun rund 60 Flugschüler Klage eingereicht. Sie fordern ihr Geld zurück. Neben Høiby muss sich auch der damalige Geschäftsführer Per Mikael Eriksson vor Gericht verantworten.
Høiby Anwalt weist Vorwürfe zurück
„Wir sind der Ansicht, dass es in diesem Fall keine Grundlage gibt, Espen Høiby zu verklagen“, unterstrich Anwalt Kristoffer Aasebø, der beide Beklagten vertritt gegenüber NRK. „Er hatte nie einen Vorstandssitz in der Pilot Flight Academy inne und hat das Unternehmen auch nicht gegenüber den Schülern vertreten.“
Aasebø bezeichnet die Darstellung der Kläger zudem als „unrichtig“ und „unausgewogen“. Auch der Geschäftsführer Eriksson trage in seinen Augen keine Schuld.
Die Flugschule wurde 2007 gegründet und unterrichtete Ende der 2010er-Jahre rund 1000 Schüler pro Jahr. Doch die Corona-Krise brachte die Schule finanziell ins Straucheln. 2022 stieg Espen Høiby mit seinem Unternehmen AAP Aviation ein – zu einem Zeitpunkt, als die Firma bereits große finanzielle Schwierigkeiten hatte.
Auch Strafverfahren wegen Betrugs?
Schon kurz nach der Pleite der Flugschule erstattete zudem ein Insolvenzberater Anzeige, da er Betrug vermutete. „Das Unternehmen hätte zu einem viel früheren Zeitpunkt einen Insolvenzantrag stellen müssen“, erklärte dieser damals NRK.
Ob gegen den Bruder von Königin Mette-Marit auch ein Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet wird, steht laut NRK derweil nicht fest. Demnach habe die Polizei ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
Königin Mette-Marit, die an einer unheilbaren Lungenfibrose leidet, ist nach ihrer Lungentransplantation Anfang des Sommers immer noch gesundheitlich angeschlagen. Wie der Palast erst kürzlich bekannt gab, wird die 53-Jährige bis zum kommenden Sommer keine offiziellen Termine wahrnehmen.
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