Ja gibt‘s denn das? Nach Vorjahressiegerin Julia Scheib schied am Sonntag auch im Herren Rennen die heimische Sieg-Hoffnung nach nur wenigen Sekunden aus. Bei Marco Schwarz waren es nur zwölf – und wie bei Scheib hatte der DJ im Ziel-Stadion einen bestimmten Song von „Scooter“ aufgelegt.
Trotz starkem Wind wurde am Sonntag am Rettenbachferner gefahren. Der Start des Herren-Rennens wurde allerdings zum Reservestart, direkt oberhalb des Steilhangs, nach unten verlegt. Doch der „Scooter“-Fluch wurde erneut einem heimischen Topfavoriten zum Verhängnis.
Nachdem bereits Vorjahressiegerin Julia Scheib am Samstag zu den Klängen der deutschen Techno-Legende abflog, erwischte es einen Tag später auch Marco Schwarz. Der Zweite von 2025 ging ins Rennen – und der DJ legte im Ziel-Stadion wie bei Scheibs Aus den Song „One (Always Hardcore)“ auf. Das böse Omen ging bereits nach 12 Sekunden in Erfüllung.
Freche Linie
„Es ware ein relativ gerade Kurssetzung und ich wollte die freche Linie probieren“, sagte Schwarz: „Ich glaube, dass es zu frech war. Ich bin dann über den Schuh weggerutscht.“ Der Kärntner, der vergangene Saison zwei Weltcuprennen gewann, lässt sich davon aber nicht verunsichern. Er hat schon vor dem Auftakt in Sölden betont, dass er das Rennen nicht überbewerten werde. „Es ist in die Hosn gegangen. Jetzt habe ich über einen Monat Zeit, dass ich weiter arbeiten kann. Die ganze Saison steht noch vor mir“, erklärte der 31-Jährige.
Volle Attacke
Österreich blieb zwar diesmal ein Podestplatz in Sölden verwehrt, mit Raphael Haaser hielt vor 14.300 Fans am Sonntag aber einer mit der Spitze mit. Der RTL-Weltmeister verbesserte sich mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch von Platz 20 auf fünf, nahm Sieger Lucas Pinheiro Braathen da 42 Hundertstel ab. „Der zweite Durchgang war von oben weg volle Attacke“, sagte der Tiroler: „Das ist mir zum Glück gut gelungen und ich habe noch einen Sprung nach vor gemacht.“
Auch Patrick Feurstein war mit Platz zehn zufrieden. „Ich habe mir vorgenommen, dass ich nicht sinnlos riskiere und meine sieben Zwetschgen beisammen hab“, sagte der Vorarlberger: „Das ist mir gelungen.“
Applaus kam nicht
Dagegen verstand Stefan Brennsteiner beim Zieleinlauf im zweiten Durchgang die Welt nicht mehr. Der Dritte des ersten Laufs fühlte sich eigentlich gut. „Ich bin über die Ziellinie gefahren und war sehr optimistisch“, erklärte der Salzburger: „Ich habe auf den Applaus gewartet, aber der ist leider nicht gekommen . . .“ Er fiel auf Rang 11 zurück.
Bussi für Pinheiro
Sieger Lucas Pinheiro Braathen war dafür mega-happy. „Ich bin überglücklich. Ich bin so froh, dass wir wieder zurück auf der Piste sind. Danke für das Fest, danke für die Show“, bedankte sich der norwegische Brasilianer bei den Fans. Und bekam von seiner Model-Freundin Isadora Cruz im Ziel ein dickes Bussi.
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