Bilanzen zeigen

Tirols Schuldenberge verzeichnen Rekordwerte

Tirol
24.10.2026 09:00

1686 Euro beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinden Tirols, das Land liegt knapp darüber, die Stadt Innsbruck knapp darunter. Der Landesrechnungshof empfiehlt „strukturelle Reformen“. 

Rekordwerte verzeichnen die Schuldenstände von Land Tirol und Stadt Innsbruck. Das geht aus den aktuell präsentierten Rechnungsabschlüssen klar hervor. Eine Netto-Neuverschuldung von 165 Millionen Euro erhöhte die Finanzschulden des Landes Tirol auf nunmehr 1,3 Milliarden Euro. Das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 1900 Euro, 200 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Amtsvorstand präsentierte Vergleiche 
Auch in Innsbruck tickt die Schuldenuhr immer lauter. Hier ist der Stand auf 212 Millionen Euro angewachsen, ergibt eine rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung von 1606 Euro. Der Durchschnitt aller Gemeinden Tirols liegt bei 1686 Euro. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung in Österreich liegt bei 34.219 Euro. Dies zeigen Statistiken, die Amtsvorstand Martin Grubhofer Innsbrucks Gemeinderat präsentierte.

Innsbruck im hinteren Mittelfeld 
Mit seinem Schuldenberg liegt Innsbruck in Relation zur Einwohnerzahl der Landeshauptstädte auf Platz 3 hinter Salzburg und Klagenfurt. Am anderen Ende der Skala rangieren Bregenz (5420 Euro pro Kopf), Graz (6992) und Wien (7193). In absoluten Zahlen ist der Schuldenturm in Wien am höchsten (14 Milliarden Euro), gefolgt von Graz (2,1 Milliarden) und Linz (731 Millionen). Dann kommt schon Innsbruck mit seinen 212.

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Im Jahr 2025 ist für die 2033 endfälligen Kredite von 45 Millionen Euro genau Null angespart worden. 

Kontrollausschuss-Obmann Mesut Onay 

Vermögen der Innsbruckerinnen und Innsbrucker
Dazu kommen Haftungen von 130 Millionen Euro. Die vom Land vorgegebene Grenze wird damit nur zu knapp 50 Prozent ausgenützt. Der Vermögenshaushalt weist eine Bilanzsumme von 3,31 Milliarden Euro aus, wie Kontrollausschuss-Obmann Mesut Onay erläuterte. Er wies auch darauf hin, dass die Stadt 2033 endfällige Kredite in der Höhe von 45 Millionen Euro zu begleichen hat. Seit 2021 seien 9 Mio. € angespart worden, „im letzten Jahr genau Null“. Er verlange Informationen darüber, welche Immobilien verkauft werden sollen, um weiter ansparen zu können.

Rekord-Einnahmen und -Gebühren
„Die Schulden sind gestiegen, die Steuern aber auch“, sagte DNI-StR Markus Stoll und verwies auf 40 % mehr Abgaben und Gebührenerhöhungen von im Schnitt 21 Prozent. „Wir sehen ein besseres Jahr, aber noch lange keinen gesunden Haushalt.“

Dem Land empfahl der Rechnungshof, „strukturelle Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung des Landeshaushalts zu ergreifen“.

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