Katastrophenübung

400 Helfer übten zwischen Trümmern und Flammen

Niederösterreich
24.10.2026 17:00

Massenkarambolage, Zugunglück, Großbrand und verschüttete Menschen: Rund 400 Einsatzkräfte mit 65 Fahrzeugen trainierten in Allentsteig für den Katastrophenfall. Gefordert waren alle fünf Bereitschaften des Katastrophenhilfsdienstes im Bezirk Krems.

Verletzte waren in Autowracks eingeklemmt, ein Bauernhof stand in Flammen und unter schweren Trümmern wurden Menschen vermisst: Am Truppenübungsplatz Allentsteig blieb den Einsatzkräften bei einer groß angelegten Katastrophenhilfsdienstübung kaum eine Herausforderung erspart.

Rund 400 Helfer mit 65 Fahrzeugen nahmen daran teil. Die fünf Bereitschaften des Katastrophenhilfsdienstes im Bezirk Krems arbeiteten dabei mit dem Roten Kreuz Krems und Langenlois sowie den Rettungshunden Niederösterreich zusammen.

Massenkarambolage mit Ammoniakladung
Bereits das erste Szenario hatte es in sich: Nach einer angenommenen Massenkarambolage musste die Unfallstelle abgesichert, Verletzte versorgt und eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen befreit werden.

Bei der simulierten Massenkarambolage arbeiteten zahlreiche Feuerwehren gleichzeitig an der ...
Bei der simulierten Massenkarambolage arbeiteten zahlreiche Feuerwehren gleichzeitig an der Rettung der Unfallopfer.(Bild: Felix Kagerer)

Damit nicht genug: Eines der beteiligten Fahrzeuge hatte Ammoniak geladen. Die Einsatzkräfte mussten den Gefahrstoff sichern. Im weiteren Verlauf geriet außerdem ein Unfallwagen in Brand und musste gelöscht werden.

Personenzug mit zahlreichen Verletzten
An einer weiteren Station wurde ein schweres Zugunglück simuliert. Ein Auto war mit einem Zug kollidiert, Fahrzeuginsassen mussten mit technischen Geräten gerettet werden. Gleichzeitig galt es, einen Personenzug mit zahlreichen verletzten Fahrgästen zu evakuieren.

Zusätzliche Gefahr ging von einem Waggon aus, aus dem gefährliche Stoffe austraten. Feuerwehr und Rettungsdienst mussten ihre Einsätze daher besonders genau aufeinander abstimmen.

Nach einer kurzen Pause wartete an derselben Station bereits das nächste Szenario: Bei einem Busunfall war ein Pkw zwischen dem Bus und einem Eisenbahnwaggon eingeklemmt. Die Insassen mussten befreit und die Verletzten versorgt werden.

Zwischen Bus und Eisenbahnwaggon war ein Pkw eingeklemmt. Die Einsatzkräfte mussten die Insassen ...
Zwischen Bus und Eisenbahnwaggon war ein Pkw eingeklemmt. Die Einsatzkräfte mussten die Insassen befreien.(Bild: Felix Kagerer)

Gefährliches Labor auf brennendem Bauernhof
Auch ein angenommener Bauernhofbrand verlangte den Florianis einiges ab. Während sie die Flammen bekämpften und vermisste Personen aus dem Gefahrenbereich retteten, entdeckten sie ein Labor mit gefährlichen Stoffen. Eine verletzte und laut Übungsannahme kontaminierte Person musste dekontaminiert werden.

Bei einem Gebäudeeinsturz kamen Hebekissen, Spreizer, Seilwinden und ein Kran zum Einsatz. Damit wurden schwere Trümmerteile angehoben und eingeschlossene Menschen befreit.

Rettungshunde suchten nach Vermissten
Das letzte Szenario führte die Einsatzkräfte zu einem angenommenen Brückeneinsturz. In einem weitläufigen und unübersichtlichen Trümmerfeld wurden mehrere Menschen vermisst. Speziell ausgebildete Rettungshunde unterstützten die systematische Suche.

Bei der simulierten Massenkarambolage geriet auch ein Unfallfahrzeug in Brand und musste ...
Bei der simulierten Massenkarambolage geriet auch ein Unfallfahrzeug in Brand und musste gelöscht werden.(Bild: Bastian Hauser)

Neben der Menschenrettung, Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung stand auch die Führung eines solchen Großeinsatzes im Mittelpunkt. Der Bezirksführungsstab trainierte die Aufgabenverteilung, die Kommunikation und die laufende Abstimmung zwischen den beteiligten Organisationen.

Das Bundesheer stellte für die Übung das Gelände und das Übungsdorf zur Verfügung. So konnten die Einsatzkräfte die fünf Katastrophenszenarien unter möglichst realitätsnahen Bedingungen bewältigen.

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