Die „:alpenarte“ hat sich als fixer Bestandteil des kulturellen Lebens in Vorarlberg etabliert, heuer wurde das Festival bereits zum vierten Mal von Matthias Honeck kuratiert. Im Mittelpunkt standen Streichinstrumente.
Drei Tage voller Musik, aber auch Kulinarik, einer Ausstellung, einem Dorfspaziergang, Einführungen sowie interaktiven Konzerte an zehn Schulen mit insgesamt 750 teilnehmenden Schülern: So will die Alpenarte „Menschen aller Generationen“ ansprechen, wie es Geschäftsführer Hans Metzler formuliert. Das Publikum kommt vorwiegend aus Vorarlberg, die Musiker zum Teil. Etwa der junge Pianist Tobias Jacob oder die Bregenzerwälder Musikvermittlerin Evelyn Fink-Mennel – man sieht, es gibt Ausnahmen zu der in den vergangenen Jahren verkündeten Altersgrenze der Mitwirkenden, die mit „unter dreißig“ markiert wurde.
Etwa auch beim renommierten Geigenbauer und Buchautor Martin Schleske, der einen Vortrag hielt und dem die Ausstellung gewidmet war. Und Streichinstrumente bestimmten auch das „Grand Concert“ am Samstagabend, bei dem die Stretton Society im Mittelpunkt stand. Diese 2021 gegründete Initiative fördert junge Musiker und stellt ihnen kostbare Instrumente zur Verfügung – eine Topgeige kann immerhin einen Millionenwert haben.
Eng verbunden mit dieser Stiftung ist das seit einem Jahr bestehende Stretton Quartett, das sich mit drei recht unterschiedlichen Werken präsentierte. Kurzfristig fand eine Umbesetzung statt, denn der erste Geiger Leonhard Baumgartner war erkrankt. An seine Stelle rückte der zweite Geiger Michael Shaham, während diese mit Elli Choi besetzt war. Herausragend musizierten Noga Shaham, Viola und Arne Zeller, Violoncello. Sie sorgten für die dunklen Klangfarben, die für die beiden klassischen Quartette des Programmes so gut passten. Mozarts KV 471 steht in der Trauertonart d-Moll und folgt nach einem zeitgenössischen Zitat dem „redenden Prinzip“. Von alledem war in der recht weichgespülten Interpretation des Stretton Quartetts nicht viel zu spüren. Vor allem die beiden Violinen waren zu zurückhaltend. Mehr lag den vier Musikern Mendelssohns ebenfalls sehr dunkles Quartett in f-Moll Opus 80, ein Requiem auf seine früh verstorbene, geliebte Schwester Fanny. Klangliche Dichte und eine romantische Tongebung kamen hier zum Tragen und begeisterten das Publikum.
Bald wieder im Ländle
Zwischen diesen Werken erklang als Uraufführung ein Auftragswerk der Alpenarte. „Jenseits: Echo beyond the Mountain“ des koreanischen Geigers und Komponisten Haram Kim, Jahrgang 1998. Flageoletts und große Steigerungen mittels Bogentremoli bestimmten das formal stringente und überzeugende Stück. Der künstlerischen Leiter der Alpenarte, Matthias Honeck, wird bald wieder in Vorarlberg zu hören sein, nämlich als Konzertmeister beim kommenden Abokonzert des Symphonieorchester Vorarlberg.
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