Gleich achtmal sind Produktionen und Schauspielerinnen aus der Steiermark heuer für einen Nestroy-Theaterpreis nominiert. Vor allem die Freie Szene ist stark vertreten, aber auch das Schauspielhaus darf sich freuen.
Sparzwang überall in der steirischen Kulturszene. Doch der Qualität der Arbeit scheint das keinen Abbruch zu tun – noch zumindest. Denn die Liste der Nominierungen für die heurigen Nestroy Theaterpreise zeigt, was man verlieren könnte. Gleich achtmal steht die Steiermark auf der Liste. Damit ist man einmal mehr stärker vertreten als jedes andere Bundesland. Nur an Wien mit seinen Bundestheatern kommt man nicht heran.
Besonders auffällig: Vor allem die Freie Szene ist stark vertreten. So ist die Grazer Gruppe Bum Bum Pieces gleich zweimal mit der Produktion „Zur Rettung der Blasmusik“ nominiert – als „Beste Off-Produktion“ und Hauptdarstellerin Nora Winkler in der Kategorie „Bestes Schauspiel“. Erstmals wird dieser Preis heuer nicht für Frauen und Männer getrennt vergeben – sondern als ein gemeinsamer Preis. Dafür gibt es einen neuen Ensemblepreis sowie einen Preis für Theatermusik.
Zwei Nominierungen gibt es auch für das Grazer Schauspielhaus und die Produktion „Wir töten Stella“ – einerseits Schauspielerin Otiti Engelhardt in der Kategorie „Bestes Schauspiel Nebenrolle“, andererseits auch in der Kategorie „Beste Bundesländeraufführung“. Dort rittert man um den Preis unter anderem auch gegen die Produktion „Pizza oder Eine Tür in der Dunkelheit tanzt nicht“ mit der Jula Zangger im Vorjahr ihr Gold & Pech Theater in Höf bei Graz eröffnet hat.
Auch in der Kategorie Spezialpreis kommen zwei der drei Nominierten aus der Steiermark: „Biedermann und die Brandstifter. Eine Heimsuchung“ von Theater am Lend und Planetenparty Prinzip, sowie „Let‘s Play I‘m Old and Tired“ von Theater im Bahnhof und Total Refusal. Und in der Kategorie Beste Off-Produktion ist mit „Boom Boom Pansenstich“ noch eine Produktion mit Steiermark-Bezug zu finden, das Kinderstück stammt aus der Feder des Grazer Autors Max Höfler.
Ganz generell setzt die Nestroy-Jury heuer auf einen spannenden Mix aus Produktionen aus großen Häusern und der Off-Szene. Eine Preisträgerin steht übrigens schon fest: Der Preis für das Lebenswerk geht an Sunnyi Melles. Die Verleihung der Preise findet am 22. November im Wiener Volkstheater statt.
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