Gesundheitsplan in NÖ

Es dauert dann zu lange bis der Notarzt eintrifft

Niederösterreich
17.10.2026 08:00

Schwer belastend sieht ein First Responder die zu überbrückende Zeit, wenn Mediziner anstelle von 8 plötzlich 40 Minuten brauchen: „Da wird auch manchen Notfallsanis anders!“

Zu mehreren Aktionstagen gegen die Streichung von elf Notarztstützpunkten im Land lud gestern und heute die Plattform NÖ – ein Zusammenschluss von elf Bürgerinitiativen, die den Gesundheitsplan 2040+ in der so von der Politik beschlossenen Form mit aller Kraft bekämpfen. Die Region Ybbs-Persenbeug-Pöggstall äußerte einmal mehr am Gemeindeamt Persenbeug ihre starken Bedenken und forderte die Verantwortlichen auf, den Plan zu überdenken. Doppelt soviel Einsätze für Notarztstützpunkt?

Ein wesentlicher Punkt, der den Gegnern im Hinblick auf die künftige Notfallversorgung schwer im Magen liegt, sind langen Wegstrecken und Eintreffzeiten, wenn nur der bodengebundene Notarzt kommen kann – ganz zu schweigen davon, wenn dieser schon zu einem anderen Notfall unterwegs ist. Zwischen dem Notarztstützpunkt Amstetten und Maria Taferl liegen 40 Kilometer (35 Minuten Fahrzeit), zwischen Notarzt Melk und Maria Taferl liegen 26 km (23 Min.). Amstetten-Pöggstall seien 50 km (45 Min.) und Melk-Pöggstall 24 km (23 Min.). Dr. Alfred Lichtenschopf schätzt mit seinen zur Verfügung stehenden Zahlen – Notruf NÖ verweigere ihm nach wie vor Zahlenmaterial – dass der Notarzt Amstetten seine Einsätze auf grob 2500 pro Jahr etwa verdoppeln werde.

Dr. Alfred Lichtenschopf betonte Schwächen künftiger Versorgung.
Dr. Alfred Lichtenschopf betonte Schwächen künftiger Versorgung.(Bild: Franz Crepaz)

40 Minuten bis zum Notfall
Als First Responder in der Region ist Herbert Gruber seit 20 Jahren tätig. Der Altbürgermeister und einstige Mittelschuldirektor betont, dass er als Ersthelfer die Zeit – meist acht bis zehn Minuten – bis der Notarzt eintrifft, bisher gut überbrücken konnte. „Wenn er dann aber 40 Minuten braucht – da wird auch manchen Notfallsanis anders!“ Außerdem könne sich der Ersthelfer nicht erklären, wie Notruf NÖ auf seine Zahlen komme. „Da wird erklärt, dass bei zwei Drittel der Einsätze der Notarzt nicht benötigt wird. Bei uns fährt der Notarzt in 95 % der Fälle sogar ins Spital mit!“

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