Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinderschutz-Medizin findet am Freitag in Innsbruck statt. Die Experten diskutieren bei der Veranstaltung ein brisantes Thema.
Die 2019 gegründete Österreichische Gesellschaft für Kinderschutz-Medizin (ÖGKiM) ist eine Vereinigung der Kinderschutzgruppen im Gesundheitswesen. In Präsidium und Vorstand arbeiten Fachkräfte aus Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Ethik zusammen. Vertreter aus den Bundesländern sorgen für eine flächendeckende Vernetzung. Das Thema „Kinder und Jugendliche als Zeugen von Gewalt“ steht heuer im Mittelpunkt der wichtigen Tagung.
Für einheitliche Standards
„Unser Ziel ist es, durch einheitliche Standards, praxisnahe Fortbildung und interprofessionelle Zusammenarbeit die Kinderschutzarbeit in ganz Österreich professionell umzusetzen“, betont Susanne Greber-Platzer, die Präsidentin der ÖGKiM.
Kinderschutz weiter denken
„Kinderschutz müsse über die unmittelbare Gefährdungssituation hinaus gedacht werden“, weiß Thomas Beck, psychologischer Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltambulanz. Gewalterfahrungen in der Kindheit könnten weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit im späteren Leben haben. Für die Unterstützung betroffener Erwachsener sei es daher wesentlich, auch deren Biografie mitzudenken.
Hinweise auf Gewalt
Kathrin Sevecke, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck, weiß, dass psychische Symptome ein Hinweis auf Gewalt und Gefährdung sein können. Umgekehrt seien psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche besonders gefährdet, Opfer von Übergriffen zu werden.
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