Das Angebot klingt verführerisch: Das oberste religiöse Amt in Ankara, Diyanet, bietet Pädagogen kostenloses Studium an.
Die direkt Sultan Recep Tayyip Erdoğan unterstehende oberste Religionsbehörde bewirbt in einer bunten, auch deutschsprachigen, Broschüre aktuell die Ausbildung für Religionsbeauftragte, Lehrer und Sozialarbeiter. Neben dem kostenlosen Studium-Angebot lockt die Türkei mit gratis Unterkunft, Essen – und jeden Monat Taschengeld.
Noch deutlicher wird Diyanet in einem internen Fachartikel: Die künftigen Absolventen sollen in Europa islamischen Religionsunterricht halten und sogar Lehrpläne schreiben. Laut der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat übrigens ein Drittel der Religionslehrkräfte hier bei uns sein Studium im Ausland absolviert, großteils eben im Land am Bosporus.
Die Bewerbung läuft nicht über Unis, sondern über Religionsattachés an den türkischen Botschaften und Konsulaten. Nötig ist ein Empfehlungsschreiben eines Religionsbeauftragten aus der eigenen Region. Voraussetzungen sind Matura, österreichischer Pass und Familienstand „ledig“. Geprüft werden bei Aufnahmegesprächen Koranrezitation und Ausdrucksfähigkeit.
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