Rätseln für den guten Zweck – auch wenn die Zukunft der „Millionenshow“ nicht fixiert ist, die „Sportler-Promi“-Ausgabe der Kultsendung wird heute Abend (20.15 Uhr, ORF 2) wieder Abertausende Quizfans vor den TV-Schirmen fesseln. Man darf sich auf viel Schmäh und wohl so manche Überraschung einstellen.
Wo die beiden sind, ist der Schmäh nicht weit entfernt: Die beiden Ex-Kicker Andreas Herzog und Toni Polster eint nicht nur die Liebe zum Fußball, sondern auch jene zur verbalen Wuchtel. Diesen Schmäh können sie für „Die Promi-Sportler-Millionenshow“ (20.15 Uhr, ORF 2) neben viel Wissen gut gebrauchen. Wie ist die bisherige Quiz-Bilanz bei den beiden Herren? „Wir waren schon zweimal bei einem Quiz dabei und haben uns dort nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, lacht Polster, „aber im Endeffekt geht es darum, dass das Ergebnis stimmt. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, damit das so passiert.“ Die Stürmerlegende nimmt vor dem Einsatz aber sofort den Druck von sich. „Die Latte liegt hoch und es liegt an ihm“, schmunzelt Polster, der auch ein bisschen mit den möglichen Telefonjokern hadert, „Marika Lichter und Arabella Kiesbauer haben keine Zeit. Aber wir haben den ,Krone‘-Sportchef Peter Moizi, der hat als Erster fix zugesagt. Aber der weiß ja auch nix.“
„Toni muss abliefern“
Herzog schaut der Show etwas entspannter gegenüber, sorgt sich am meisten um seinen gut befreundeten Kollegen. „Wir müssen vor allem schauen, wie wir die Schwächen vom Toni gut ausbügeln können. Aber es ändert sich nicht viel zu früher am Spielfeld. Ich muss die Meter machen und den Toni beliefern und macht dann hoffentlich den Sack zu. Der Vorteil ist jedenfalls, dass man vier Antwortmöglichkeiten hat“, zeigt sich „Herzerl“ nüchtern optimistisch, „es ist ein bisschen wie in der Schule. Man sieht was vor sich und kann mittels Herleitens, Ratens und aufs Glück hoffen vielleicht was Richtiges sagen.“ Eine besondere Taktik haben sich die beiden jedenfalls nicht auferlegt, um die Maximalsumme von 75.000 Euro für den guten Zweck zu sichern. „Es hängt alles von den Fragen ab. Es wird sehr lustig, zwischendurch aber wohl auch peinlich sein. Der Toni ist außerdem eine 1.-FC-Köln-Legende, der hat hier Heimspiel. Jetzt muss er abliefern, sonst gibt es mehrfach Ärger.“
Die insgesamt vier Promis können zugunsten der österreichischen Sporthilfe jeweils 75.000 Euro auf dem heißen Stuhl von Moderator Armin Assinger gewinnen. Um zur vollen Summe zu kommen, muss man 15 Fragen richtig beantworten – miteinander arbeiten und von hinten einsagen ist – im Gegensatz zur klassischen „Millionenshow“ – aufgrund des guten Zwecks ausdrücklich erlaubt. Je mehr Geld für die Sporthilfe gewonnen wird, umso besser. Das ergibt dann auch für die Athleten eine besondere Drucksituation. Vor allem deshalb, weil es nicht um das eigene Geld geht. Ex-Biathletin Lisa Hauser hat sich vor allem bei den Jokern viele Gedanken gemacht. „Mein Freund ist relativ gut auf Zack und deckt viele Themen ab, Meine Trainerin Sandra hat Deutsch studiert und ist in Richtung Literatur gut bewandert. Ich will vor allem einen Bezug den Personen haben und habe darauf geachtet, möglichst breit abgesichert zu sein.“
Nur nicht hetzen lassen
Kann man sich auf so ein Event denn überhaupt vorbereiten? „Man muss das wohl auf sich zukommen lassen und in aller Ruhe Frage für Frage durchgehen. Was für Antwortmöglichkeiten hat man, wo ist etwas möglich und wo weiß man gar nicht weiter?“ Nach dem Karriereende steckte die Tirolerin zumindest nicht mehr in mühsamen Sommertrainingsmühlen. „Ich habe den Sommer wirklich mal genossen und Dinge gemacht, für die nie Zeit war.“ Jetzt liegt der Fokus aber ohnehin auf der Show. „Nur nicht hetzen lassen, die Antworten einzeln durchgehen und tief durchatmen.“ Da es nicht um ihr eigenes Geld geht, hat Hauser auch nicht vor groß zu gambeln. „Ich bin allgemein nicht die allergrößte Zockerin, aber in dem Fall schon sehr auf Sicherheit bedacht. Man will so viel wie möglich erreichen und dafür werde ich kämpfen.“
Noch immer fix im Sport verankert ist Janine Flock. Nach dem Olympiasieg im Skeleton macht sie bis auf Weiteres weiter, lässt sich den temporären Ausflug in die Quizgefilde aber trotz des dichten Trainingsplans nicht nehmen. „Ich kenne mich gut im Eiskanal aus, aber nicht so sehr bei der ,Millionenshow‘“, lacht sie, „ich bin aber sehr weit weg von einer Quizmeisterin, aber durch das Ausschlussprinzip lassen sich vielleicht ein paar Dinge lösen, die man sonst nicht so leicht beantworten könnte. Im Endeffekt hoffe ich darauf, dass mich mein Bauchgefühl nicht im Stich lässt und ein paar gute Antworten für mich parat hat.“ Im Gegensatz zu ihrer ehemaligen Wintersportkollegin Hauser will Flock bei Zweifeln aber nicht schnell aufgeben. „Ich bin schon fürs Zocken, aber es muss kontrolliert erfolgen. Es ist gutes Geld für die Sporthilfe und bevor man aus Egoismus irgendwo runterrutscht, muss man schon darauf achten, die höchstmögliche Summe dafür herauszuschlagen.“
Mit der Kraft des Glaubens
Eine sportliche Auszeit nimmt sich auch das erst 21-jährige Paralympics-Ski-Ass Johannes Aigner. Der Neunkirchner hat einst schon seine Schwester am heißen Stuhl unterstützt und sitzt jetzt selbst in der Mitte. „Man kann sich nicht wirklich darauf vorbereiten und es wird sich wohl ein bisschen so anfühlen, wie in der Schule – dort ist es sich auch immer ausgegangen.“ Abseits seiner sportlichen Profession interessiert sich Aigner vorwiegend für Mechatronik und Fotografie, insofern kämen ihm technische Fragen zupass. Der Niederösterreicher legt nicht nur Hoffnungen ins Publikum, sondern auch in den Pfarrer aus seinem Heimartort, den Aigner ohne Umschweife als einen Wissens-Allrounder betrachtet. Wie auch immer sich die wackeren Athleten schlagen werden – am fehlenden Ehrgeiz und der sportlichen Motivation wird das Vorhaben definitiv nicht scheitern.
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