US-Präsident Donald Trump stellt Wolodymyr Selenskyj offen infrage und fordert einen neuen Präsidenten für die Ukraine. Auslöser für den neuerlichen Schlagabtausch ist der umstrittene Diesel-Deal mit Kremlchef Wladimir Putin. Während Trump seinem ukrainischen Amtskollegen vorwirft, mögliche Vereinbarungen nicht abzuschließen, kritisiert Selenskyj die Lockerung der US-Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte.
„Ich denke, es ist Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt“, sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus. Selenskyj hätte bereits mehrere Vereinbarungen abschließen können, tue dies aber aus unerklärlichen Gründen nicht, erklärte der US-Präsident.
Er wünsche sich einen ukrainischen Staatschef, der einen Deal zustande bringen könne.
Streit um Diesel-Lieferungen aus Russland Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine von Trump nach einem Gespräch mit Putin verkündete Vereinbarung über die Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland. Dafür setzen die USA ihre Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte vorübergehend aus.
Selenskyj reagierte mit scharfer Kritik. „Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft“, schrieb der ukrainische Präsident in sozialen Medien. Er warf Moskau vor, den Krieg fortsetzen und die Zivilbevölkerung terrorisieren zu wollen.
Tödliche Angriffe auf die Ukraine Die Kritik fällt in eine Nacht schwerer russischer Angriffe. Im Südosten der Ukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes mindestens 17 Menschen getötet, darunter drei Minderjährige. Weitere 18 Menschen wurden verletzt.
Auch Kiew wurde am Samstag mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko gab es sechs Verletzte. Zudem führten Schäden an einem Energieobjekt zu Problemen bei der Wasserversorgung. Nach Angaben des staatlichen Stromnetzbetreibers waren große Teile der Hauptstadt und ihres Umlands ohne Strom.
Gespräche über Kriegsende Parallel dazu gehen die diplomatischen Bemühungen weiter. US-Sondergesandter Steve Witkoff bezeichnete Gespräche mit ukrainischen Unterhändlern im US-Bundesstaat Florida als „konstruktiv“.
Dabei ging es unter anderem um die Energieversorgung im Winter, Getreideexporte sowie Sicherheitsgarantien für die Ukraine und Europa. Ob die Gespräche konkrete Fortschritte bringen, blieb zunächst offen.
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