Landsmann festgenommen

Ungarinnen in illegalen Bordellen ausgebeutet

Oberösterreich
08.10.2026 11:00

Zwei Ungarinnen (31 und 41) sollen von einem Landsmann unter falschen Versprechen nach Österreich gelockt und in illegalen Bordellen in Linz und Wien der Prostitution zugeführt worden sein. Den Frauen nahm er mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte ab, zusätzlich mussten sie für Unterkünfte, Inserate und Verhütungsmittel noch extra bezahlen. 

Der verdächtige Ungar hat in seiner Heimat ein langes Vorstrafenregister. Unter anderem war er wegen Menschenhandels und zahlreicher Vermögensdelikten verurteilt worden. Der 30-Jährige soll sich durch Ausbeutung seiner beiden Landsfrauen ein regelmäßiges Einkommen verschafft haben.

Die Opfer (31 und 41 Jahre alt) dürften zumindest seit Juni sexuell massiv ausgebeutet worden sein, mussten die Hälfte der Einkünfte abliefern und außerdem noch die Unterkünfte, Annoncen auf einschlägigen Websites und die Verhütungsmittel selbst bezahlen.

Grenzüberschreitender Prostitutionshandel
Bis zu seiner Festnahme soll der Mann auf die Weise fast 70.000 Euro in die eigene Tasche abgezweigt haben, ohne dafür eine Gegenleistung erbracht zu haben. Nun sitzt er wegen des Vorwurfs der Zuhälterei und des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels hinter Gittern, zeigt sich dazu vorerst aber nicht geständig. „Wir haben seine Festnahme angeordnet, er ist am 7. Oktober in die Justizanstalt Linz eingeliefert worden“, bestätigt Ulrike Breiteneder, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz. 

Illegale Bordelle
Der 30-Jährige soll die beiden Frauen in illegalen Bordellen in Linz und Wien ausgebeutet haben. Er und seine ungarische Lebensgefährtin (28) waren am 5. Oktober in St. Pölten lokalisiert worden, am nächsten Tag folgte dann mit Unterstützung des LKA Niederösterreich die Festnahme.

„Im Fall einer Verurteilung wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels drohen dem Mann ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe“, erklärt Staatsanwältin Breiteneder. Die Lebensgefährtin wird vorerst ebenfalls als Beschuldigte geführt, doch inwieweit sie in die Machenschaften des 30-Jährigen verstrickt war, ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen laufen.

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