Aus einem Fleck wird ein ganzer Kosmos: Zum 80. Geburtstag von Wolfgang Stifter würdigen Ausstellungen in Linz und Salzburg einen Künstler, der die österreichische Malerei der Nachkriegszeit mitprägte. Als Rektor führte er die einstige Kunsthochschule zur Linzer Kunstuniversität.
„Oft beginnt alles mit einem Fleck auf der Leinwand“, sagt Wolfgang Stifter. Daraus entwickelt sich eine Reise durch Bildräume, in denen sich ein ganzer Kosmos entfaltet.
Der in Ottensheim lebende Maler, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des österreichischen abstrakten Expressionismus.
Es darf nicht zu viel Balance sein
Seine Werke verbinden gestische Malerei mit grafischen Strukturen, Zeichen und sparsam eingesetzter Schrift. Zwischen Abstraktion und Andeutung entstehen keine Landschaftsbilder im klassischen Sinn, sondern komplexe Bildwelten. Harmonie ist dabei nur ein Zwischenzustand. „Wenn alles zu ausgewogen ist, muss es wieder einen Rumpler machen“, sagt Stifter. Dann tauchen tierhafte Wesen, symbolische Formen oder figürliche Anspielungen auf.
Mehrere Jahre Rektor der Linzer Kunstuni
Nach dem Studium bei Max Melcher an der Akademie der bildenden Künste Wien wurde Stifter Lehrer, von 1991 bis 2000 war er Rektor der Linzer Kunstuniversität, in der er wesentliche Entwicklungen vorantrieb. „Ein produktives Klima für alle“ war immer sein Leitmotiv.
Ausstellungen in Salzburg und Linz
Jeden Tag geht er ins Atelier. An seiner Kunst arbeitet er unvermindert weiter, oft an mehreren Bildern gleichzeitig: Er sei glücklich, sagt er, „wenn es mir gelingt, der Welt der Bilder noch eine Nuance abzuringen.“
Derzeit widmen ihm die Galerie Welz in Salzburg mit „Unbeschwertes Reisen“ (bis 21. 10.) sowie die Galerie Seidler in Linz mit „immer mit Aussicht“ (ab 8. 10.) große Personalen.