„Uns geht die Luft aus“, warnt der Tierschutzverein St. Pölten. Schwer vermittelbare Hunde und Exoten brauchen oft jahrelange Betreuung und blockieren Plätze für weitere Notfälle. Zum Welttierschutztag fordert der Verein eine dauerhafte Lösung vom Land.
Zehn Jahre oder länger hinter Tierheimmauern: Für manche Hunde wird aus einer vorübergehenden Unterkunft ein Zuhause auf Lebenszeit. Etwa dann, wenn sie nach Jahren an der Kette nicht mehr resozialisiert werden können. Die dauerhafte Betreuung fordert nicht nur die Mitarbeiter – sie bindet auch Plätze, die für weitere Tiere in Not fehlen.
Zum Welttierschutztag macht der Tierschutzverein St. Pölten deshalb auf ein wachsendes Problem aufmerksam. Obmann Thomas Kainz fordert einen Gnadenhof in Niederösterreich für schwer vermittelbare Tiere. Alternativ müssten die bestehenden Tierheime ausreichend Geld erhalten, um diese Schützlinge selbst langfristig versorgen zu können.
Wenn aus der Notunterkunft ein Dauerplatz wird
„Uns geht die Luft aus“, warnt Kainz. Besonders behördliche Tierabnahmen stellen das Heim vor Herausforderungen. Tiere aus sogenannten Animal-Hoarding-Fällen, also einer übermäßigen Ansammlung von Tieren, müssen untersucht, behandelt und betreut werden.
Für sogenannte Listenhunde sei die Suche nach neuen Besitzern oft besonders schwierig. Auch Papageien, Schildkröten und andere Exoten brauchen mitunter lange Betreuung. Sind sämtliche Plätze besetzt, können irgendwann keine weiteren Tiere aufgenommen werden.
Hohe laufende Kosten
Mehr als 700.000 Euro kostet der laufende Betrieb jährlich. Knapp die Hälfte trägt laut Kainz das Land Niederösterreich, auch die Stadt unterstützt den Verein. Dennoch muss dieser rund die Hälfte der nötigen Mittel durch Spenden aufbringen.
Allein etwa 1800 medizinische Eingriffe kosten jährlich mehr als 100.000 Euro. Ohne höhere Förderungen könne die Arbeit langfristig nicht in dieser Form weitergehen, betont der Obmann. Für Tiere, die über viele Jahre im Heim bleiben, brauche es zusätzliche Unterstützung.
Katze „Agathe“ kämpfte sich zurück
Was die Hilfe bewirken kann, zeigt das Schicksal von Katze „Agathe“. Sie wurde im März nach einem Autounfall mit zahlreichen Knochenbrüchen und gebrochenem Kiefer gefunden. Mehrere Operationen folgten. Monatelang musste die Katze mit einer Spritze ernährt werden.
Nach einem weiteren Eingriff konnte Agathe endlich wieder selbst fressen. Im August fand sie ein neues Zuhause. Solche Rettungen seien finanziell keineswegs selbstverständlich, betont Tierheimleiterin Victoria Bischof. Umso dankbarer sei das Team den Spendern, die sie ermöglichen.
Rund 1000 Tiere werden jährlich betreut
Rund 1000 Tiere versorgt das St. Pöltner Heim pro Jahr, mehr als 600 finden neue Besitzer. Neben Fundtieren kommen auch behördlich abgenommene Haustiere und Schützlinge ins Heim, deren Besitzer ins Krankenhaus oder Hospiz müssen.
Zur Arbeit gehört zudem die Vermittlung von Wissen: Im „Tierischen Klassenzimmer“ lernen Schulklassen die Bedürfnisse von Tieren und den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen kennen. Geschäftsführerin Alexandra Leitold begleitet die angemeldeten Gruppen bei zwei- bis dreistündigen Führungen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.