„Einheitliche Linie“

Ludwig rief alle Bezirkschefs ins Wiener Rathaus

Innenpolitik
03.10.2026 15:09

Um ein gemeinsames Vorgehen zu akkordieren, lud Wiens SPÖ-Chef Michael Ludwig am Samstag seine 23 Bezirksobleute und das Präsidium der Landespartei ins Rathaus. „Das Ergebnis ist eine gemeinsame, klare Haltung der Wiener SPÖ“, sagte Ludwig nach dem Treffen.

 „Wir ziehen hier an einem Strang. Diese gemeinsam festgelegte Linie werde ich morgen beim Treffen mit den anderen Landesparteivorsitzenden vertreten. Ich gehe mit einem starken Rückhalt aus Wien in diese Gespräche.“ Auf Namen und mögliche Szenarien für den morgigen Showdown mit den anderen Landesparteichefs und Andreas Babler wollt sich Ludwig nicht festlegen.

Schließlich gehöre es zur „innerparteilichen Kultur, dass man das zuerst mit jenen bespricht, die auch gemeinsam mit uns dann die Entscheidungen treffen werden“.

Ludwig mit seinem engsten Team
Ludwig mit seinem engsten Team(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

„Auch über Inhalte diskutieren“
Wichtig sei jedenfalls, dass „neben personellen Angelegenheiten auch über Inhalte und über die politische Kommunikation“ diskutiert werde, so Ludwig. „Es wird morgen eine Entscheidung über einen Prozess geben“, kündigte er an. Auf die Frage, ob es auch eine Entscheidung darüber geben werde, wer die Partei in Zukunft führen werde, meinte Ludwig: „Das wird sich morgen zeigen.“

Aus der Partei ist zu hören, dass Ludwig gemeinsam mit der Gewerkschaft zuerst Finanzminister Markus Marterbauer und als Zweitvariante die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures bekniet hat. Dass die 64-Jährige, der viele Hofburg-Ambitionen nachsagen, dauerhaft übernimmt, wird in der Partei ausgeschlossen. Sie könnte allenfalls einen Übergangsprozess leiten, an dessen Ende Marterbauer, wenn er genesen ist, die Spitze übernimmt oder sich bei einer Mitgliederbefragung mehrere Kandidaten bewerben können.

Ärger unter den Landesparteivorsitzenden über Wien
Unter den Landesparteichefs gibt es bereits Unmut, dass „die Wiener“ wieder einmal „mit der Gewerkschaft packeln“ und alle anderen vor vollendeten Tatsachen stellen wollen. Darüber kann man sich am Sonntag ab 13 Uhr bei einem Treffen der Länderchefs austauschen. Um 16 Uhr folgt dann der Krisengipfel mit Babler, Gewerkschaft und Frauenorganisation.

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