Die gestohlenen „Fetzn“ der Ultras Rapid sind zurück, die Auflösung der traditionsreichen Fangruppe damit vom Tisch. Nun meldeten sich die Rapid-Ultras erstmals in einem offiziellen Statement zu Wort und bezeichneten die vergangene Woche als „schwierigste Episode der Gruppengeschichte“.
Am vergangenen Wochenende kamen den Ultras Rapid bei einem Auswärtsspiel in Venedig neben einem Jubiläums-„Fetzn“ mit Gate 13 auch eines der wichtigsten Transparente der Fangruppe abhanden. Was für Außenstehende nicht mehr als ein Stück Stoff ist, hat in der Ultras-Szene enorme Bedeutung. Der Verlust eines solchen „Fetzns“ gilt als Schande – und kann im Extremfall sogar die Auflösung einer Fangruppe zur Folge haben. Das gilt insbesondere dann, wenn die Fahnen von rivalisierenden Fans erbeutet werden.
Kriminelle ohne Fußball-Hintergrund
In diesem Fall nahm die Geschichte allerdings eine andere Wendung: Die „Fetzn“ wurden im Laufe der Woche wiederbeschafft. Bei den mutmaßlichen Tätern soll es sich offenbar um gewöhnliche Autodiebe ohne Fußball-Hintergrund gehandelt haben. Zu den turbulenten Ereignissen der vergangenen Woche veröffentlichte die Ultras-Gruppe nun ein Statement auf ihrer Website.
Hier das Statement der Ultras Rapid:
In den folgenden Zeilen möchten wir auf die mit Abstand schwierigste Episode unserer Gruppengeschichte eingehen.
Wie allseits bekannt, kam uns letztes Wochenende neben einem Jubiläumsfetzn mit Gate 13 eines der wichtigsten Transparente unserer Gruppe abhanden. Für diesen Fehler gibt es keine Entschuldigung.
Wir waren sprichwörtlich zerrissen, sowohl wegen des Geschehenen, als auch betreffend der Zukunft unserer Gruppe.
In den ersten Stunden gingen wir stark davon aus, Ziel eines geplanten Angriffs einer verfeindeten Gruppe geworden zu sein. Mit der Zeit verstärkten sich aber die Anzeichen in Richtung einer Zufallstat und wir vermuteten die Täter im kleinkriminellen Milieu rund um Venedig.
Dies wurde vor allem durch Nachrichten aus mehreren Städten Europas genährt. Einige bedeutende Szenen meldeten sich und versicherten uns, nicht involviert zu sein. Für diese proaktive Kontaktaufnahme wollen wir uns hiermit bei den betreffenden Rivalen bedanken und ihnen unseren ehrlichen Respekt aussprechen.
In weiterer Folge gilt unser allergrößter und immerwährender Dank den Ultras von Veneziamestre, die vor Ort gemeinsam mit uns im wahrsten Sinne des Wortes alles auf den Kopf gestellt haben, um erstens die Täter ausfindig zu machen und zweitens die erfolgreiche Rückholung der beiden Transparente zu ermöglichen.
Wir werden aus dieser Geschichte unsere Lehren ziehen, hinterfragen uns wie noch nie und gehen trotzdem gestärkt daraus hervor.
Abschließend bedanken wir uns bei der, in diesem Fall wirklich bemerkenswert und nahezu vollständig zusammenstehenden, Rapid-Familie für den spürbar unterstützenden Rückenwind sowie bei vielen namhaften Ultrasgruppen aus dem In- und Ausland für ihren Zuspruch und ihre aufbauenden Worte. Befreundete wie in Rivalität stehende Gruppen haben uns durch die knapp 64 Stunden getragen und somit ein Umschreiben dieser Geschichte mitermöglicht.
- Ultras Rapid Block West 1988
Wien, am 3. Oktober 2026
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