Keiner will

Ministerin Holzleitner winkt für SPÖ-Vorsitz ab

Innenpolitik
03.10.2026 11:31

Die Suche nach einem neuen SPÖ-Vorsitzenden gestaltet sich für alle jene in der Partei schwierig, die weder den amtierenden Parteichef Andreas Babler noch Medienmanager Gerhard Zeiler wollen. Es hagelt nämlich Absagen. Auch Frauen- und Wissenschaftsminister Eva-Maria Holzleitner winkte auf Anfrage der „Krone“ offiziell ab.

„Ich stehe nicht zur Verfügung“, sagt Holzleitner, legt sich aber nicht fest, wer es machen soll. Sie begrüße es jedenfalls sehr, dass es morgen zu einer klaren Aussprache in der Partei kommt. „Ich spreche mich überhaupt nicht für oder gegen Personen aus, weil letzten Endes muss man das Treffen morgen um 16 Uhr abwarten. Da muss sehr offen geredet und unterschiedliche Szenarien durchdiskutiert werden. Es sind das erste Mal wieder alle Landesparteivorsitzenden, Gewerkschaft und Frauen dabei, das ist schon mal gut.“

Frauen- und Wissenschaftsministerin Holzleitner steht nicht zur Verfügung.
Frauen- und Wissenschaftsministerin Holzleitner steht nicht zur Verfügung.(Bild: Eva Manhart)

Landesvorsitzende haben auch für Bundespartei Verantwortung
Es müsse allen Landesparteivorsitzenden klar sein, „dass mit der Übernahme eines Landesparteivorsitzes auch Verantwortung für die Gesamtpartei besteht und deswegen man eigentlich Teil der Gremien und sonstigen Sitzungen sein muss“, so Holzleitner in Richtung Burgenland und Steiermark, die sich aus Protest gegen Babler schon länger aus den Gremien genommen haben. Der Ausgang der morgigen Sitzung sei offen. „Wenn man das Ruder umreißen und wieder zur Stärke zurückfinden will, dann geht das nicht aus der Uneinigkeit heraus, sondern nur, indem man gemeinsam an einem Strang zieht.“

Viele in der Partei wollen Marterbauer, aber er kann momentan wegen seiner Therapie nicht
Viele in der Partei wollen Marterbauer, aber er kann momentan wegen seiner Therapie nicht(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Finanzminister Markus Marterbauer sagt in diversen Interviews zwar nicht so klar ab wie Holzleitner. Aus der Partei ist allerdings zu hören, dass er angesichts seiner Krebstherapie – zumindest derzeit – nicht kann und nicht will. Auch die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures soll parteiintern bereits abgewunken haben.

Von den vielen Namen, die in vergangene Tagen kursiert sind, bleibt Klubchef Philip Kucher, der allerdings ebenfalls kein Interesse an dem Job hat. Ex-ORF-Chef Alexander Wrabetz und Verkehrsminister Peter Hanke werden ebenfalls genannt, haben aber keine realistischen Chancen.

Wird es mangels Alternativen doch noch einer von ihnen?
Wird es mangels Alternativen doch noch einer von ihnen?(Bild: Krone-Collage/APA/TOBIAS STEINMAURER, Alexander Tuma)

„Ich steige nicht in den Ring“
Eine Möglichkeit wäre auch Hans Peter Doskozil, der es schon einmal werden wollte. Der ist allerdings wie Marterbauer gesundheitlich angeschlagen und hat sich ebenfalls aus dem Rennen genommen. „Ich steige nicht in den Ring.“

Bleibt am Ende doch noch Babler – oder kommt wirklich Zeiler?

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