„Krone“-Protokoll

Team Ludwigshafen: Erst zäh, dann hyperschnell

Unterhaltung
04.10.2026 16:00

Ein Geldautomat wird gesprengt, selbst ernannte Alpha-Männer fungieren als Bürgerwache und Jugendliche bauen Mist – ganz schön was los im neuen Ludwigshafener „Tatort“ „Explosive Mischung“ (20.15 Uhr, ORF 2). Wie so oft leidet der rasant neue Fall vor allem an hanebüchenen Handlungslücken.

Bei einer Geldautomatensprengung einer Jugendbande stirbt das Gang-Mitglied Dennis Lohberg (Mark Zappe). Das ruft das Ludwigshafener Kommissarinnenduo Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) auf den Plan. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf den zwielichtigen Ulf Meisner (Christian Schneeweiß), der sich als eine Art „Stadtteil-Sheriff“ sieht und selbst Jagd auf die kriminellen Jugendlichen macht, weil ihm die Ermittlungsarbeit der ansässigen Polizei zu lasch ist.

Schnell merkt Odenthal, dass er schwer misogyn und gewalttätig ist. Er rutschte tief in die Abgründe der „Manosphere“ ab und verprügelt regelmäßig seine Frau Isa (Hannah Ehrlichmann), bevor es wirklich eskaliert und er an einen Punkt kommt, von wo es für ihn kein Zurück mehr gibt. Währenddessen sucht Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler), Kollege der beiden Kommissarinnen, ohne Rücksprache und undercover Kontakt zu seiner Jugendclique, die zum Teil aus der Geldautomatensprengerbande besteht. Die Ermittlungen gehen an allen Fronten völlig außer Kontrolle und münden in einen Showdown im Ludwigshafener Polizeipräsidium.

Das Kommissarinnenduo Stern und Odenthal muss sich dieses Mal gekonnt durch die Nacht bewegen.
Das Kommissarinnenduo Stern und Odenthal muss sich dieses Mal gekonnt durch die Nacht bewegen.(Bild: Benoît Linder)

Das Frauenteam aus Ludwigshafen hatte in den letzten Monaten öfter schwierige Fälle zu lösen, so manche Episode war auch ein veritabler Bauchfleck. Bei der ausschließlich in der Nacht spielenden Handlung von „Explosive Mischung“ muss man erst einmal eine zähe und in der Erzählstruktur zu stark ausgeweitete Halbzeit überstehen, bevor sich das Blatt wendet. Der Showdown des Films findet am Ende in Echtzeit statt und mündet in ein „Finale Furioso“.

Wie in einer Hollywood-Produktion mündet alles auf einen großen „Bang“ hin, während dem man beinahe vergisst, mit wie vielen zu offensichtlichen Handlungslücken man konfrontiert wurde. Aber eben nur beinahe, weshalb man am Ende mit einem ambivalenten Gefühl zurückbleibt.

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