In der elften Episode von „Waldis Menschen“ besucht Reinhard „Waldi“ Waldenberger die Frauscher Bootswerft in Ohlsdorf. Stefan Frauscher spricht über ein Familienunternehmen, das nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, über handgefertigte Boote für Kunden auf der ganzen Welt und darüber, wie aus einer gemeinsamen Vision eine international bekannte Marke wurde.
Stolz führt der Gmundner Stefan Frauscher (59) durch die Hallen des Familienunternehmens Frauscher Bootswerft an der A 1 in Ohlsdorf. Hier werden Elektro- und Motorboote im Wert von 150.000 bis zwei Millionen Euro in „Handarbeit“ hergestellt. Prunkstück ist die Frauscher x Porsche 790 Spectre – ein neues Bootsmodell aus der Frauscher-Manufaktur, das eigens für die Porsche Antriebstechnologie entwickelt und in perfekter Symbiose rund um Batterie, Motor und Ladeelektronik des Macan Turbo gebaut wurde.
1955 das erste Elektroboot gebaut
Vor viereinhalb Jahren kam der Anruf: Weltkonzern Porsche wollte mehr Emotion in seinen Autos, das wurde dann auch auf das Boot umgelegt. Oliver Blume, CEO der Volkswagen AG, gab die Richtung der Kooperation vor. „In Monaco stellten wir den Geschwindigkeitsweltrekord mit 52 Knoten auf“, so Frauscher.
Großvater Engelbert, gebürtiger Innviertler, begann als Bootsbauer in Wien. Er übersiedelte nach Gmunden, wo heute noch die Bootswerft beheimatet ist. Vater Hans und Onkel Ernst bauten 1955 schon das erste Elektroboot. Bruder Michael übernahm von ihnen die Firma. Stefan arbeitete nach dem BWL-Studium an der Johannes Kepler Uni drei Jahre bei LKW WALTER in Wien.
100-Jahre-Jubiläum
1996 bekam Stefan den Anruf von Michael: „Er bat mich, gemeinsam mit Cousine Andrea in die Firma einzusteigen.“ Es ging bergauf. „2008 im Rahmen der internationalen Bankenkrise standen wir mit dem Rücken zur Wand“, so Stefan. „Wir haben uns grenzenlos überschätzt, waren knapp am Scheitern, haben es mit unserem Familienspirit aber geschafft. Nächstes Jahr feiern wir das 100-Jahre-Jubiläum.“
Der H-Boot-Segelweltmeister verweist auf die Wertschöpfung: „Holz, Metall, Polsterung und Kunststoffteile kommen aus der Region um Ohlsdorf. Unsere Lehrlinge arbeiten mit Holz, Motoren und Elektronik, sind nach der Ausbildung Universalhandwerker. Wir sind Engineers of Emotion mit Visionen.“
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