Happy Birthday

Bösewicht mit Charme: Christoph Waltz wird 70

Unterhaltung
04.10.2026 05:00

Mit seinem süffisant-maliziösen Grinsen ist der Wiener Christoph Waltz der geborene Bösewicht in Hollywood-Filmen. Der zweimalige Oscar-Preisträger ist nicht mehr aus der Traumfabrik wegzudenken und feiert morgen seinen 70. Geburtstag.

Als Kind glaubt man noch, das wirklich Böse schaue finster aus, rieche übel und wäre deformiert – erst etwas später merkt man, dass der wahre Teufel eine Steuererklärung, ein Wasserschaden oder Christoph Waltz sein kann. Wie kein Zweiter vermag der zweifache Oscar-Preisträger mit seiner maliziösen Mimik für Unbehagen zu sorgen und schaffte es damit bis an die Spitze Hollywoods.

Dass es einmal so weit kommen würde, konnte man in den Frühzeiten seiner Karriere noch nicht unbedingt ahnen. Waltz trat in der ORF-Kindersendung „Am dam des“ im Regenbogen-Strampler auf, liebte Puppen in „Kommissar Rex“ und spielte im ambivalent aufgenommenen Bipic die beliebte Schlagerlegende Roy Black. Immer wieder gab es Schlenker nach Hollywood, doch der große Durchbruch sollte erst 2009, mit 52 Jahren, gelingen. Er ging zum Casting von Quentin Tarantinos Kriegs-Groteske „Inglourious Basterds“ und überzeugte ihn als SS-Offizier Hans Landa sofort. Dafür gab es den ersten Oscar. Den zweiten drei Jahre später für seine Rolle des Dr. King Schultz in Tarantinos „Django Unchained“.

Zur Person

Christoph Waltz (*4. Oktober 1956 in Wien) gilt als einer der profiliertesten und wandelbarsten Schauspieler Österreichs. Jahrelang war hierzulande vor der Kamera zu sehen, bevor ihm in den 2000er-Jahren der Durchbruch in Hollywood gelang. Für seine Rollen als SS-Standartenführer Hans Landa in „Inglourious Basterds“ (2010) sowie als Dr. King Schultz in „Django Unchained“ (2012) bekam er zweimal den Oscar als „Bester Nebendarsteller.“

Mit den Auszeichnungen in der Tasche konzentrierte er sich voll auf die Traumfabrik. Die Bösewicht-Rollen fielen ihm reihenweise in den Schoß. Waltz überzeugte als zynischer Anwalt in Roman Polanskis „Der Gott des Gemetzels“, als schmieriger Geschäftsmann in Alexander Paynes „Downsizing“ und 2015 mit der Rolle des Ernst Stavro Blofeld in „Spectre“ gar als Bond-Bösewicht. „Ich kann nicht behaupten, dass mir Blofeld gelungen ist“, gab er in Interviews bekannt, spielte ihn 2021 in „No Time To Die“ aber erneut.

Auch der Wunsch, Regisseur zu werden, verlief eher unbefriedigend, während er im Opernbereich umjubelte Inszenierungen wie Verdis „Falstaff“ in Antwerpen oder „Fidelio“ im Theater an der Wien in Szene setzte. Der vierfache Familienvater lebt vorwiegend in L.A. und besitzt neben der österreichischen auch die deutsche und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Besonders ausgeprägt ist, wenn die Laune stimmt, sein ausufernder Humor. Alles Gute zum Geburtstag, Herr Waltz. 

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