Hirschwang-Inferno

Als Feuersturm den Wald fraß

Niederösterreich
01.10.2026 12:00

Fünf Jahre nach dem Inferno am Mittagstein zogen die Helfer Bilanz. In höllischem Tempo fraßen sich am 25. Oktober 2021 am Mittagstein bei Hirschwang die Flammen durch grünen Tann und felsiges Gelände. 13 Tage lang kämpften rund 8600 Einsatzkräfte gegen das Inferno, das bislang unbekannte Täter durch ein Lagerfeuer ausgelöst hatten.

„Wir haben damals die Kräfte der Natur mit voller Wucht zu spüren bekommen, aber auch die Stärke unserer Einsatzkräfte“, erinnern sich Landesvize Stephan Pernkopf, Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Landesfeuerwehr-Chef Dietmar Fahrafellner. Rund 7750 Feuerwehrleute, 33 Katastrophenhilfsdienst-Züge und 16 Fluggeräte aus dem In- und Ausland warfen sich in die Schlacht gegen die historische Feuersbrunst. Aus der Katastrophe wurden jedoch Konsequenzen gezogen: Mehr Spezialfahrzeuge, Drohnen mit Wärmebildkameras und ein auf 600 Mitglieder aufgestockter Sonderdienst Waldbrand sollen helfen, Feuer noch rascher zu stoppen.

Lokalaugenschein zur Erinnerung ans Inferno: Pernkopf, Fahrafellner, Czernohorszky (3.v.re.)
Lokalaugenschein zur Erinnerung ans Inferno: Pernkopf, Fahrafellner, Czernohorszky (3.v.re.)(Bild: NLK/Khittl)

Natur leckt noch immer ihre verkohlten Wunden  
Doch die Narben am Bergkamm bleiben. „Es wird 100 Jahre dauern, bis sich der Wald erholt hat. Seit 2022 haben wir 10.000 Bäume und Sträucher gepflanzt sowie 500 Kilo Samen ausgebracht“, versichert Peter Lepokowic, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Wien. Fahrafellner unterstreicht die Lehren aus dem Umweltdrama: „Löschwasserreserven und widerstandsfähige Mischwälder sollen künftige Katastrophen abfedern. Doch eine weggeworfene Zigarette kann genügen, um aus einem Funken erneut eine Feuerhölle zu machen“. Entscheidend sei Teamwork von Löschmannschaften am Boden und Helikoptern. Denn mediterrane Verhältnisse, geprägt von extremer Hitze und Trockenheit, sind längst bei uns angekommen.

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