Träger wird erwürgt

Sterbehilfe-Aktivist will Suizid-Halsband testen

Ausland
07.02.2026 14:21
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Von krone.at

Ein Sterbehilfe-Aktivist hat ein Halsband entwickelt, mit dem man ohne fremde Hilfe Suizid begehen kann. Der Australier will das Gerät nun von einer sterbewilligen Person in der Schweiz testen lassen. Auch eine seiner früheren Erfindungen, die Suizid-Kapsel, kam dort erstmals zum Einsatz. 

Philip Nitschke nannte das Halsband „Exit Kairos“. Per Knopfdruck werden zwei Ballons aufgeblasen, die Druck auf die Halsschlagader sowie die Wirbelarterie ausüben und so die Blutzufuhr zum Gehirn stoppen. Der Träger des Geräts wird erst bewusstlos und stirbt anschließend. 

Niederländerin will erste Testperson sein
Im Dezember hatte Nitschke das Halsband bei einem Workshop in den Niederlanden präsentiert – dort wurde die Vorgehensweise an einer Puppe demonstriert. Nun will er das Gerät von einem Menschen testen lassen. Eine sterbewillige Patientin aus den Niederlanden hätte sich für das Experiment bereit erklärt. Wie das Schweizer Medium „Beobachter“ erklärt, liegt allerdings noch kein medizinisches oder juristisches Gutachten vor. 

Philip Nitschke hat das Suizid-Halsband erfunden.
Philip Nitschke hat das Suizid-Halsband erfunden.(Bild: APA/AFP )

„Es funktioniert wie ein Airbag im Auto: Knopf drücken, es knallt, man wird ohnmächtig und stirbt“, erklärte der Erfinder gegenüber „Herald Sun“. Nitschke ist ein ehemaliger Arzt, der auch die Sterbehilfeorganisation Exit International leitet. 

Aktivist erfand auch Suizid-Kapsel
Nitschke erfand zudem eine Suizid-Kapsel, mit der sich Personen ebenfalls ohne fremde Hilfe das Leben nehmen können. Per Knopfdruck wird Stickstoff in die Kabine geleitet, was ebenfalls erst zu Bewusstlosigkeit und dann zum Tod führt. Im Jahr 2024 wurde diese Maschine erstmals von der Organisation The Last Resort in der Schweiz und von einer US-Amerikanerin (64) getestet. Die Frau soll unter einer Immunschwäche und daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen gelitten haben. 

Der erste Einsatz der Suizid-Kapsel fand in einem Wald in der Schweiz statt.
Der erste Einsatz der Suizid-Kapsel fand in einem Wald in der Schweiz statt.(Bild: APA/AFP)

Ermittlungen nach erstem Einsatz von Suizid-Kapsel
Nach dem ersten Einsatz von Sarco wurden Strafverfahren gegen mehrere Personen eröffnet. Florian Willet, der damalige Präsident von The Last Resort wurde sogar in Untersuchungshaft genommen. Es bestand der Verdacht, dass er die 64-jährige US-Amerikanerin getötet hatte, nachdem die Kapsel nicht funktioniert habe – er war der einzige, der bei der Aktion anwesend war. Schweizer Medien berichteten, dass bei der Toten Würgemale festgestellt worden seien.

Erst nach 70 Tagen Untersuchungshaft kam Willet frei – der schwerwiegende Verdacht gegen ihn hatte sich nicht erhärtet. Die Staatsanwaltschaft in der Schweiz erklärte jedoch, dass die Ermittlungen gegen mehrere Beschuldigte ­wegen „Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord“ fortgeführt werden. 

Auch Willets Suizid hatte rechtliche Konsequenzen
Willet nahm sich im vergangenen Jahr in Deutschland das Leben. Seine Organisation erklärte, dass er durch die Anschuldigungen und die Untersuchungshaft traumatisiert gewesen sei. Auch dieser Suizid hatte ein rechtliches Nachspiel: Zwei Personen sollen dem Aktivisten bei seinem Freitod geholfen haben, obwohl er psychisch krank war. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Seit 2022 ist der assistierte Suizid für schwer oder unheilbar kranke Menschen in Österreich gesetzlich erlaubt. 2024 nahmen bereits 112 Österreicher die Möglichkeit der Sterbeverfügung in Anspruch. Im Vorjahr entschied sich der sterbenskranke Journalist, Lehrer und Buchautor Niki Glattauer dafür, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. 

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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