14 Hektar groß

Viele Fragen um Weinviertler Rechenzentrum

Niederösterreich
27.09.2026 06:00

Baupläne: In Zistersdorf im Weinviertel könnte in den nächsten Jahren ein großes Rechenzentrum entstehen. Unklarheiten dazu werfen bei der Bevölkerung Fragen auf. 

Pläne für Rechenzentren sprießen momentan aus der Erde wie die Schwammerln. Dem Land Niederösterreich liegen aktuell Projekte in Achau, in Stetten, in Kottingbrunn, zwei in Leopoldsdorf sowie ein weiteres in Zistersdorf vor. In letzterem Ort herrscht seit Tagen Unruhe über das „geheim gehaltene Projekt“. Stadtrat und Bürgerlisten-Obmann Helmut Doschek ist empört, dass Bürger nicht in den Planungsprozess besser eingebunden werden. Schon im Juni 2025 soll im Gemeinderat über den Bau des Zentrums abgestimmt worden sein, Doscheks Liste stimmte als einzige Partei dagegen. Die Idee: Nordöstlich von Zistersdorf soll auf 14 Hektar ein Zentrum auf landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen. „Bei dieser Größenordnung sollten die Bürger mitentscheiden können, ob sie das überhaupt wollen!“

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht keine konkrete Entscheidung über die Errichtung eines Rechenzentrums an. 

Bürgermeister Elmar Schöberl 

Verwundert ist man im Büro des Bürgermeisters über die bohrenden Fragen. „Denn ein konkretes Projekt eines Betreibers liegt noch gar nicht vor“, kontert ÖVP-Ortschef Elmar Schöberl. Aktuell werde vom Land lediglich geprüft, ob die raumordnungsrechtlichen Voraussetzungen auf dem Grundstück gegeben sind. Erst dann, könne man über eine weitere Entwicklung des Standortes reden. „Geheim gehalten wurde die Idee nicht, die Sitzungsprotokolle vom Juni 2025 sind öffentlich einsehbar“, beteuert der Bürgermeister. Nur wurde bisher wohl nicht laut genug darüber gesprochen.

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Wir stehen erst am Anfang eines Aufklärungs- Prozesses. Geplant wird das Projekt jedenfalls schon seit eineinhalb Jahren.

Helmut Doschek, Bürgerliste „Zukunft Denken Zistersdorf“

Wer ist der Betreiber?
Im Protokoll liest sich tatsächlich, dass das Projekt 2025 an die Firma „Datacenter Zistersdorf GmbH & Co KG“ übertragen wurde. Noch stecke jedenfalls kein großer US-Konzern wie Google dahinter. Ob Zistersdorf der richtige Standort für ein solches Vorhaben ist, liege außerhalb der Entscheidungsbefugnis der Gemeinde, betont Schöberl. Große Projekte über drei Hektar steuert die Landesregierung.

Genügend Strom, der zu den Rechnern fließt, gebe es im Weinviertel durch zahlreiche Windräder. „Allein durch diese erhalten wir als Gemeinde drei Millionen Euro im Jahr, wir brauchen aus finanzieller Sicht also kein Rechenzentrum“, sagt Doschek. Es müsse laut Bürgerliste aber noch vieles ans Tageslicht kommen.

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