In Bregenz sorgt der geplante Bau einer Hochgarage für erbitterten politischen Streit. Die Bregenzer Grünen sprechen sich entschieden gegen das Vorhaben der rot-schwarzen Stadtspitze aus, den gut genutzten Jugendtreffpunkt für das Projekt zu opfern.
Sowohl Bürgermeister Michael Ritsch als auch Vizebürgermeister Roland Frühstück hätten sich vor der Gemeindewahl im Frühjahr 2025 öffentlich und unmissverständlich für den Erhalt des Skaterplatzes ausgesprochen, ärgert sich Sandra Schoch von den Bregenzer Grünen. Doch nun soll genau dieser Platz abgerissen werden. Es sei nicht nachvollziehbar, wie man so mit den Versprechen gegenüber jungen Menschen umgehe, kritisiert die Oppositionspolitikerin weiter. Der Skaterplatz sei ein etablierter, niederschwelliger Treffpunkt, der keinesfalls leichtfertig aufgegeben werden dürfe. Eine nachträgliche Suche nach Alternativen verfehle das Prinzip echter Jugendbeteiligung.
Hehle: „Projekt sollte grundlegend hinterfragt werden!“
Auch die Historie der Standortsuche sehen die Grünen kritisch. Nachdem der ursprüngliche Plan, eine Hochgarage auf dem benachbarten Fußballfeld zu errichten, nach öffentlichem Druck verworfen wurde, wanderten die Pläne nun zum nächsten Freiraum weiter. Heribert Hehle, Klubobmann der Grünen, warnt davor, das Problem lediglich zu verschieben, anstatt es grundlegend zu hinterfragen.
Neben dem Verlust des Jugendtreffpunkts stellen die Grünen vor allem die finanziellen Prioritäten der Stadt infrage. Angesichts angespannter Budgets, Personaleinsparungen und anstehender Investitionen wie Schulsanierungen sehen sie keinen Bedarf für zusätzliche Millioneninvestitionen in Autoparkplätze. „Wenn das Geld knapp ist, ist es die völlig falsche Priorität, einen funktionierenden Jugendtreffpunkt abzureißen und gleichzeitig Millionen in zusätzliche Autoabstellplätze zu investieren“, wettert Schoch.
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