Im Rellstal führen abwechslungsreiche Wanderwege durch unterschiedliche Facetten der Montafoner Bergwelt. Zwischen Wald, Fels und Alpweiden gedeiht eine natürliche Artenvielfalt.
Für die heutige Tour geht es mit dem Wanderbus noch einmal ins Rellstal bei Vandans. Schon vom Ausgangspunkt bei der Rellser Mariahilfkapelle zeigt die Landschaft sich in ihrer ungewöhnlichen Schönheit: Schroffe Felswände ragen über sanften Alpflächen empor, dazwischen ziehen sich dunkle Waldhänge bergan. Wer von hier zur Heinrich-Hueter-Hütte und weiter zur Alpe Lün wandert, erlebt auf vergleichsweise kurzer Strecke verschiedene Aspekte des alpinen Lebensraumes.
Die Gipslöcher als geologische Besonderheit
Zunächst geht es auf einem Güterweg und schmaleren Pfaden durch den Fichtenwald zur Vilifaualpe. Bald wird der Wald lichter, und mit jedem Höhenmeter rückt die Zimba (2643 Meter) stärker ins Blickfeld. Der helle Kalk des Berges hebt sich deutlich von den bewachsenen Hängen ab. Das Gestein ist überhaupt ein prägender Bestandteil dieser Landschaft. Im Rellstal treten größere Gipsschichten zutage. Weil Gips wasserlöslich ist, können sich im Untergrund Hohlräume bilden. Brechen diese ein, entstehen an der Oberfläche trichterartige Vertiefungen – die sogenannten Gipslöcher. Diese gehören zu den geologischen Besonderheiten des Tales.
Typ: moderate Wanderung (ohne Gipfel)
Dauer: drei bis dreieinhalb Stunden
Ausgangspunkt: Bushaltestelle Rellstal (der Bus fährt – z. B. ab Bahnhof Vandans – am 4. und 5. Oktober noch im Wochenendbetrieb, danach startet die Winterpause) Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung (es kann bereits sehr frisch sein), Tagesrucksack mit Getränk und Snack Einkehrmöglichkeiten: Alpengasthof Rellstal (bis Anfang Oktober), Heinrich Hueter Hütter (ebenfalls bis Anfang Oktober)
Nach gut einer Stunde Fußmarsch erreicht man die Heinrich-Hueter-Hütte auf 1766 Metern. Das Gebäude ist selbst ein Teil Berggeschichte. Der Alpenverein Vorarlberg beschloss den Bau bereits 1906, nachdem man eine Unterkunft für den Aufstieg zur Zimba schaffen wollte. Zwei Jahre später begannen die Arbeiten, am 25. Juli 1909 wurde die Hütte eröffnet. Benannt ist sie nach Heinrich Hueter, einem damaligen Vorsitzenden des Alpenvereins.
Von der Hütte lässt sich der Weg wahlweise in Richtung Alpe Lün fortsetzen. Die Landschaft verändert sich nun deutlich: Der Wald bleibt zurück, die Vegetation wird niedriger und zwischen den alpinen Rasen treten immer wieder Felsen hervor. Über den Gipsköpfleweg geht es in Richtung Lünerkrinne, ehe der Weg zur Alpe Lün abzweigt. Mit etwas Glück sind hier Murmeltiere zu hören oder zu sehen.
Die Alpe Lün liegt auf einer offenen Geländestufe und bildet einen schönen Kontrast zur felsigen Hochgebirgswelt ringsum. Seit Jahrhunderten prägt die Alpwirtschaft die Landschaft des Montafons. Wo im Sommer Vieh weidet, bleiben Wiesen offen, die sonst verbuschen würden. Das Zusammenspiel von Naturraum und menschlicher Nutzung ist hier besonders gut zu erkennen.
Die Schwarze Königskerze fällt trotz ihrer kräftig gelben Blüten etwas aus dem gewohnten Bild der Königskerzen. Die Blüten sitzen in kleinen Knäueln entlang eines hohen, kantigen Stängels und zeigen häufig einen dunklen, rötlich-braunen Fleck am Grund. Besonders charakteristisch sind die purpurviolett gefärbten, dicht behaarten Staubfäden. Ihnen verdankt die Pflanze auch ihren etwas irreführenden Namen: Nicht die Blüten selbst sind schwarz, sondern ihre dunkle Mitte und insbesondere die auffällig gefärbten Staubfäden dürften zur Bezeichnung „schwarz“ geführt haben. Mit einer Wuchshöhe von meist 50 bis 100 Zentimetern gehört sie zu den stattlicheren Pflanzen am Wegesrand. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis September. Anders als manche ihrer verwandten Arten bevorzugt die Schwarze Königskerze keine ausgesprochen trockenen, kargen Plätze. Sie wächst bevorzugt auf frischen Ruderalflächen, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Ufern und auf Waldschlägen. Damit kann sie auch dort auftauchen, wo sich natürliche Vegetation und vom Menschen geprägte Lebensräume überschneiden – etwa entlang von Wegen und im Umfeld von Alpen. Die Königskerze ist vor allem auf die Bestäubung durch Pollen sammelnde Insekten wie Hummeln und Wildbienen ausgerichtet.
Von der Alpe Lün führt der Weg wieder talwärts. Mit dem Abstieg verändert sich auch der Blickwinkel auf die Berge. Die Zimba verschwindet allmählich hinter den Hängen, dafür öffnet sich das Rellstal wieder. Zwischen Wald und Weideflächen geht es zurück zum Ausgangspunkt. Als Abschluss der Tour empfiehlt sich eine Einkehr in den Alpengasthof Rellstal.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.