Die Flüchtlingszahlen gehen in Österreich weiter zurück. Das Heim in Graz-Andritz kann daher stillgelegt werden – es war das letzte große Asylquartier des Bundes in der Steiermark.
Im Jänner 2016 gingen in der Landeshauptstadt die Wogen hoch: Damals kamen Hunderte verunsicherte Anrainer zu einer Bürgerversammlung, um ihren Unmut wegen eines kurz zuvor eröffneten Asylheims kundzutun. In der Nordberggasse in Graz-Andritz war ein ehemaliges Seniorenheim in ein Flüchtlingsquartier mit Platz für bis zu 200 Personen umfunktioniert worden. Eltern fürchteten um die Sicherheit ihrer Kinder, zumal zunächst auch 50 unbegleitete Minderjährige eingezogen waren.
Nun, zehn Jahre danach, hat sich die Situation geändert, die Flüchtlingszahlen gehen zurück. Daher schließt nach Informationen der „Steirerkrone“ die BBU, die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen, das Haus in Andritz, das letzte verbliebende Bundes-Asylheim in der Steiermark. Die 24 Bewohner – zu Monatsbeginn waren es noch 50 – werden auf Kleinquartiere verteilt.
Nur noch sieben Bundesquartiere in Österreich
Auf Anfrage beim Innenministerium heißt es zur „Steirerkrone“, dass die Rückgänge bei den Flüchtlingszahlen Einsparungen möglich machten: „Beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf vorerst sieben reduziert werden. Eine weitere Reduktion ist wahrscheinlich.“ Erfreut auf diese Entscheidung reagiert FPÖ-Soziallandesrat Hannes Amesbauer: „Aus Sicht der Steiermark ist die Stilllegung eines weiteren großen Bundes-Asylheims ein Schritt in die richtige Richtung.“
In der steirischen Grundversorgung befanden sich mit Stand Mittwoch übrigens rund 5370 Personen.
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