Weinviertler Gemeinde

Hotel für einen Euro verkauft – Gemeinderat geht

Niederösterreich
23.09.2026 12:00

Politwirbel nach Immobilien-Geschäft: Das Hotel Althof Retz wird für einen „symbolischen“ Euro an das Land verkauft. Gemeinderat Rudolf Preyer kündigt nun deshalb seinen Rücktritt an. „Mit diesem Vertrag bleiben Schulden, die uns über Jahrzehnte belasten werden!“

Inmitten der Weinberge im Weinviertel soll 2030 in Retz (Bezirk Hollabrunn) die nächste Niederösterreichische Landesausstellung stattfinden. Ein lang ersehnter Aufschwung in der heimischen Gastronomie sei damit garantiert, heißt es aus der Gemeinde. Denn mit dem ehemaligen Althofareal sei man hoch verschuldet, betont Gemeinderat rudolf Preyer, der am Mittwoch seinen Rücktritt aus der dortigen Politik erklärt. 

Mit der Liste „Wir für Retz“ hat er sich gegen den Verkauf des Hotels an das Land ausgesprochen. Dieses müsste für 15 Millionen Euro saniert werden, zusätzlich stehen 2,5 Millionen Euro im Minus der Bilanz. Verkauft wurde der Althof Retz aber vertraglich für einen einzigen Euro. Im Immobilienverkauf ein gängigen Verkaufswert von einem „symbolischen Euro“, der für sanierungsbedürftige Anlagen verwendet wird. 

24 Millionen durch Landesausstellung
„Damit werden in der Regel aber auch die Schulden komplett übernommen beim Kauf“, betont Preyer gegenüber der „Krone“. Mit diesem Vertrag mache man sich nicht nur vom Land abhängig, sondern auch von den Steuerzahlern, erklärt er weiter. Die 24 Millionen Euro, die mit der Landesausstellung in die Stadtgemeinde fließen werden kämen nämlich zum Großteil aus dem Steuertopf. „Und ob das Land sich nach der Ausstellung von der baufälligen Immobilie wieder abwendet, ist auch zu bedenken“. 

Preyer bleibt bei Notarzt-Initiative
Dabei habe Preyer eine fachlich saubere Lösung vorgeschlagen, bei der die Stadt Eigentümer des Hotels geblieben wäre und Investitionen trotzdem möglich gewesen wären. „Ich trete zurück, weil ich nicht bereit bin, Teil einer Entscheidung zu sein, die Retz schwächt, statt es zu stärken.“ Bei der Initiative „Notarzt Retz muss bleiben“, die er bisher geleitet hatte, werde Preyer trotzdem weiter kämpfen. 

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