Cybergefahr eindämmen

TikTok, KI & Co.: NÖ macht Jugend nun medienfit

Niederösterreich
22.09.2026 14:00

Social Media gehört längst zum Alltag der Kids – jetzt sollen Kinder und Jugendliche auch die Risiken kennen. Mit der neuen „Medienfit-Offensive“ will das Land Niederösterreich nun Jugendliche gezielt für den sicheren und bewussten Umgang mit Social Media und digitalen Technologien rüsten.

„Kinder und Jugendliche wachsen mit diesen Angeboten auf und sollten lernen, damit sinnvoll umzugehen“, betonte Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Präsentation in der Neuen Mittelschule Oberwölbling. Denn hinter Likes, Chats und kurzen Videos lauern auch konkrete Gefahren: unerwünschte Kontakte durch Fremde, Cybermobbing, problematische Inhalte, die ungewollte Weitergabe persönlicher Daten oder eine ständige Erreichbarkeit können junge Menschen belasten. Auch die mögliche suchtverstärkende Wirkung digitaler Angebote sei ein Thema.

Kritisches Hinterfragen wichtig
Gerade bei sozialen Medien gehe es daher um mehr als die Frage, wie lange das Handy in der Hand bleibt. Jugendliche sollen erkennen, wann Algorithmen ihre Aufmerksamkeit lenken, welche Informationen vertrauenswürdig sind und welche Bilder oder Videos manipuliert sein können. Auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird kritisches Hinterfragen immer wichtiger. „Wir wollen Jugendliche bei diesen Herausforderungen nicht alleine lassen“, versichert die Politikerin und Mutter. Schutz und Bildung müssten im digitalen Zeitalter zusammengedacht werden.

Werkzeugkasten für Schule und Eltern
Herzstück der Offensive ist eine zentrale Website mit Materialien für unterschiedliche Schulstufen. Lehrkräfte können kurze Impulse ebenso abrufen wie komplette Unterrichtseinheiten. Auch Elternvorträge sind vorgesehen. Lukas Schneider, Geschäftsführer der Jugend:info NÖ, setzt dabei auf praktische Hilfe: „Wir wollen Lehrkräften und Eltern konkrete Werkzeuge in die Hand geben.“ Die Materialien sollen unkompliziert einsetzbar sein und sowohl kurze Impulse als auch längere Einheiten ermöglichen.

Kopf an beim Klick
Auch Bildungsdirektor Karl Fritthum sieht Medienkompetenz längst als wichtige Aufgabe des Schulalltags. Jugendliche müssten lernen, Informationen zu hinterfragen und bewusst zu entscheiden, wann und wofür digitale Medien eingesetzt werden. Die Botschaft der Initiative ist damit klar: Nicht die digitale Welt verbannen - sondern junge Menschen fit für sie machen.

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