Nach dem Ende des beliebten Öffi-Fahrscheins legten sich die Wiener Linien bei der Transparenz rund um das Seniorenticket quer. Zum Ärger der ÖVP. Der Streit eskalierte.
Statt 1,50 Euro plötzlich 3,20 Euro – das Ende des beliebten Seniorentickets ließ die Wiener Linien alt aussehen. Die Empörung über die Sparmaßnahme war groß, ausgerechnet bei den Pensionist wird gespart, lautet die Kritik. Die Wiener ÖVP wollte wissen: Wie viele dieser Tickets wurden verkauft, war die Fahrkarte so beliebt wie alle sagen?
Doch: Fehlanzeige. Bei den Wiener Linien kam die ÖVP nicht zum Zug. Die Verkehrsbetriebe rückten die Zahlen nicht heraus. „Sie verweigerten die Herausgabe der Daten und beriefen sich unter anderem auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sowie mögliche Wettbewerbsnachteile“, erklärt ÖVP-Seniorensprecherin Ingrid Korosec. Also ging die Partei bis zum Verwaltungsgerichtshof – und der gab Korosec recht. Die jubelt: „Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen im Eigentum der Stadt grundlegende Zahlen über die Nutzung eines öffentlich angebotenen Tarifs unter Verschluss halten will.“
Und so sah es um das Seniorenticket aus:
Allein 2025 wurden 3,688.262 vergünstigte Einzelfahrscheine für Pensionisten verkauft. 2024 waren es 3,334.703, im Jahr davor rund 3,14 Millionen und 2022 rund 2,66 Millionen.
Damit stieg die Zahl der vergünstigten Einzelfahrscheine innerhalb von drei Jahren um mehr als eine Million beziehungsweise rund 39 Prozent.
Das sagen die Wiener Linien
„Die neue Tarifstruktur der Wiener Linien soll bewusst jene Menschen besonders entlasten, die regelmäßig in Wien mit den Öffis unterwegs sind“, heißt es von den Wiener Linien. „Während den ermäßigten Einzelfahrschein auch Touristen und Nicht-Wiener nutzen konnten, unterstützt die ermäßigte Jahreskarte primär Wiener.“ Und weiter: „Der Anstieg der Einzelfahrschein-Verkäufe an Senioren in den vergangenen vier Jahren lässt sich dadurch erklären, dass die Fahrgäste über 65 Jahre in der Post-Corona-Zeit erst schrittweise wieder in die Öffis zurückgekehrt bzw. als Touristen nach Wien gereist sind.“
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