„Da wurden viele Dinge am Peter vorbeientschieden, beziehungsweise wurde der Peter nicht eingebunden“, hat Marc Janko den Umgang mit dem mittlerweile ehemaligen Sportdirektor des österreichischen Fußballbundes Peter Schöttel kritisiert.
Am 11. September hatte die Meldung die Runde gemacht: Der ÖFB trennt sich überraschend von Schöttel. Als Begründung erklärte Präsident Josef Pröll eineinhalb Wochen später bei „Talk und Tore“: „Diese Entscheidung ist ja nicht eine, die einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung gefallen ist. Ich habe vor einem Jahr, als ich in die Position gekommen bin, mit vielen im Fußball Gespräche geführt, sehr vielen Menschen. Und da hat sich das ein oder andere für mich herauskristallisiert, was an Problemstellen, Persönlichkeiten und persönlichen Zuordnungen da ist. Eine Agenda, die immer wieder auch schon damals diskutiert wurde, war die Frage, wie aktiv nimmt der Sportdirektor seine Aufgaben wahr. Es war für mich nicht einfach, diese Entscheidung gemeinsam herbeizuführen nach einem Jahr, weil der Peter Schöttel ein ganz besonders positiver Mensch ist. Ich habe niemanden getroffen, der von seinen menschlichen Qualitäten im Ansatz nur negativ geredet hätte. Es gab mehrere Themen, die uns berührt haben, auch mit dem Blick nach vorne, proaktiv jemanden zu suchen, der gestalterisch stärker und auch in dieser wichtigen Funktion zwischen Breitensport und Spitzensport in Zukunft wirken wird und Meinung bildet für den Fußball. Da haben sich dann halt beruflich unsere Wege getrennt und das war dann letzte Woche der Punkt der Entscheidung.“
Aufgaben unklar?
Wie Experte Janko erfahren haben will, dürfte es neben Pröll weitere Funktionäre im ÖFB gegeben haben, die mit Schöttels Arbeit nicht zufrieden gewesen sind. Dennoch verteidigt der ehemalige Teamstürmer den 59-Jährigen: „Ich habe mir im Vorlauf der Sendung die Satzung des ÖFB durchgelesen: Da ist eigentlich schriftlich nirgendwo festgehalten, was denn die Aufgaben von einem Sportdirektor sind, beziehungsweise ist er ja dem Teamchef gar nicht übergestellt, und das ist vielleicht für den Peter auch schwer gewesen zu definieren, was seine Rolle eigentlich ist.“
Auch wenn Teamchef Ralf Rangnick auf einer Pressekonferenz zuletzt gemeint hatte, zwischen ihm und Schöttel habe es nie Probleme gegeben, sieht Janko ein schwieriges Verhältnis zwischen Trainer und Sportdirektor als Mitgrund für die Trennung. „Als Teamchef sagst du natürlich nach außen andere Sachen, wie du das teilweise nach innen sagst oder lebst. Ich habe niemals gesagt, dass der Ralf Rangnick dafür verantwortlich ist, dass der Peter Schöttel geht. Ich habe nur gesagt, dass das fachliche Verhältnis zwischen Ralf Rangnick und Peter Schöttel, wie ich und viele andere es aus einer Personalunion kennen sollten – Trainer, Sportdirektor -, so nicht gelebt wurde. Da wurden viele Dinge am Peter vorbeientschieden beziehungsweise wurde der Peter nicht eingebunden, das sind meine Informationen“, so Janko.
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