„Wie kleine Kinder!“

Salzburg spielte zum Auftakt Fans aus der Halle

Eishockey
18.09.2026 22:05

Der ehemalige Eishockey-Serienmeister Red Bull Salzburg schlitterte zum Auftakt in die neue Saison in ein regelrechtes Debakel. Ausgerechnet gegen Dauerrivale Klagenfurt kassierten die Eisbullen ein sattes Heim-1:7. Die Anhänger verließen bereits vorzeitig die Halle. 

„Ich habe schon viel über die Rivalität der beiden Klubs gehört“, sagte Cheftrainer Alan Letang vor der Partie gegen den KAC. Oft reicht es aber nicht, nur darüber bescheid zu wissen. Denn meistens muss man gegen die Rotjacken auch ordentlich abliefern, um an Ende zu punkten. Genau das taten die Salzburger zum Auftakt in die neue ICE Hockey League-Saison eben nicht. Im Gegenteil. Die Eisbullen ließen Grundtugenden wie Zweikampfstärke, Laufbereitschaft, die Abschlüsse in der Offensive als auch das Defensivverhalten vermissen. 

Salzburg erwischte gegen KAC Kaltstart
Dabei startete die Partie gegen die Kärntner denkbar schlecht. In eigener Überzahl kassierten die Bulls nach nur 80 Sekunden kurios das 0:1. Simeon Schwinger überraschte Schlussmann Atte Tolvanen am kurzen Pfosten. Auch davon ließen sich die Hausherren nicht wecken. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Isak Norlin (war eigentlich für die RB Juniors geplant) hatte Thomas Hundertpfund wenig Mühe auf 2:0 zu stellen. 

Nach dem ersten Seitenwechsel änderte sich kaum etwas. Salzburg kam weiterhin nicht in die Zweikämpfe und war dabei ununterbrochen den berühmten Schritt zu langsam. Von Torgefahr war weiterhin keine Spur! „Warum sind die Bullen so leise“, skandierten die mitgereisten KAC-Anhänger im Gästeblock, die selbst erneut Grund zu jubeln hatten. Maximilian Preiml und Neuzugang Jan Drozg stellten im Schongang auf 4:0 für die Wörtherseer. Der Arbeitstag von Atte Tolvanen war somit nach nur 24 Minuten beendet. Kollege David Kickert hatte fortan das „Vergnügen“. 

Nur kurzes Aufbäumen der Letang-Truppe
Der zweite Pausentee schien bei Thomas Raffl und Co dann aber doch eine leichte Wirkung gezeigt zu haben. Wenn auch nur für neun Minuten. Denn plötzlich ließen die Bulls den Puck laufen und kamen durch Dennis Robertson zum 1:4. Das 2:4 von Michi Raffl (Inklusive Jubel in Richtung gegnerischen Torhüter) wurde nach Videostudium aufgrund von einer Abseitsstellung zurückgenommen. Das war‘s dann aber auch schon mit dem Aufbäumen des einstigen Serienmeisters. Binnen 21 Sekunden machten Daniel Obersteiner und Mattias Göransson das halbe Dutzend voll – 1:6. 

Zitat Icon

Sie haben wie Männer gespielt. Wir wie kleine Kinder.

Alan LETANG, Cheftrainer EC Red Bull Salzburg

Und es kam noch dicker für die Bullen: Zwei Minuten vor Ende der Partie nutzte David Waschnig den nächsten Abwehrschnitzer der Salzburger eiskalt aus, besorgte den 1:7-Endstand und fixierte damit auch die höchste Auftaktniederlage aller Zeiten der Salzburger in der ICE Hockey League. Zu diesem Zeitpunkt waren einige Fans bereits nicht mehr in der Halle. Sogar die eingefleischten Fans hatten den Stehpatz schon einige Minuten vor Schluss verlassen. 

„Sie haben wie Männer gespielt. Wir wie kleine Kinder“, sagte ein bedienter Alan Letang nach der Partie. Auch Ali Wukovits wurde deutlich. „Das ist nicht das, wofür man in Salzburg steht“, meinte der glücklose Stürmer. Am Sonntag steht für die Eisbullen der nächste und mit dem Debakel im Gepäck noch schwerere Gang nach Norditalien an. Dann wartet der HC Bozen. 

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