Emporia, Linzer Hersteller von Seniorenhandys, gehört seit dem Frühling dem norwegischen Unternehmen Xplora. Ex-Chefin Eveline Pupeter erzählt in der „Krone“ von den Gründen des Firmenverkaufs – und von ihrer persönlichen Zukunft.
Es ist ein völlig neues Kapitel für Emporia: 35 Jahre nach der Gründung wurde der Linzer Hersteller von Seniorenhandys im Frühling an das norwegische Unternehmen Xplora verkauft. Eveline Pupeter hat Emporia zuletzt als Geschäftsführerin und Alleineigentümerin geführt – in der „Krone“ erklärt sie nun: „Aus meiner Sicht war es an der Zeit, die Zukunft von Emporia langfristig abzusichern. Es ist viel Wachstum möglich beim Thema Senioren und Digitalisierung“ – das könne nun durch das börsennotierte norwegische Unternehmen realisiert werden.
Ende Mai hat das norwegische Unternehmen Xplora den Linzer Handyhersteller Emporia übernommen, zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das börsennotierte norwegische Unternehmen legte seinen Schwerpunkt bisher auf Smartphones und smarte Uhren für Kinder. Im Portfolio gibt es etwa auch ein Handy, mit dem Kinder zwar telefonieren, nicht aber ins Internet einsteigen können. Xplora machte zuletzt rund 170 Mio. Euro Umsatz.
Handyspeicher durch KI-Boom fünfmal teurer
Emporia gilt als Erfinderin des Seniorenhandys. 2015 brachten die Linzer das erste Smartphone für ältere Menschen auf den Markt; mit spezieller, einfacher Bedienung. Emporia machte zuletzt mit 100 Mitarbeitern rund 30 Millionen Euro Umsatz. Doch die vergangenen Jahre waren herausfordernd: Während Corona war der Handel geschlossen. „Unsere Zielgruppe will aber ins Geschäft gehen und dort betreut werden“, erzählt Pupeter. „Es hat eine Zeit gedauert, bis wir unsere Vertriebsstrukturen angepasst haben.“
Und in jüngster Vergangenheit machte dem Linzer Unternehmen der Engpass an Chips für die Handyspeicher zu schaffen. „Die KI-Unternehmen haben alle Speicher aufgekauft. Die Preise dafür haben sich dadurch verfünffacht. Wir haben das nicht an die Kunden weitergegeben, sondern kompensiert“, sagt Pupeter.
Trotz des Verkaufs an die Norweger sollen der Standort und die Jobs in Linz erhalten bleiben. Emporia sei in Österreich, der Schweiz und Deutschland Marktführer, so Pupeter – „es wäre ungeschickt, da nicht sehr präsent zu bleiben. Man muss in dieser Zielgruppe nah am Kunden sein.“
Eveline Pupeter im „Unruhestand“
Eveline Pupeter selbst hat sich inzwischen von Emporia zurückgezogen. Langweilig wird der 65-Jährigen aber nicht: „Ich habe einen Landgasthof bei Wels. Außerdem bin ich Sportlerin, habe öffentliche Ämter und betreue immer wieder einzelne Flüchtlingsprojekte ehrenamtlich.“ Zudem will sich Pupeter der Frauenförderung widmen und weiterhin ältere Menschen bei der Digitalisierung unterstützen: „60 Prozent der Österreicher haben Probleme bei der Nutzung der von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten IT-Dienste. Daran gilt es zu arbeiten.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.