Zukunftsforscher Horx

„Frauen, bitte rettet die Männer vor sich selbst“

Unterhaltung
20.09.2026 11:00

Zukunftsforscher Tristan Horx spricht mit der „Krone“ über die Erkenntnisse seines neuen Buchs „Zukunft der Männer“, in dem es um toxische Männlichkeit und einen Weg aus der Geschlechter-Krise geht.

Toxische Männlichkeit, Radikalisierung in der Internet-„Manosphere“, Frauenhass, Gewalt: Eine junge Generation an Männern hat sich verrannt. Zukunftsforscher Tristan Horx analysiert die Probleme dahinter in seinem neuen Buch „Die Zukunft der Männer“. Darin erklärt er, warum sich das angeblich so starke Geschlecht derzeit bedroht fühlt von Feminismus, Emanzipation & Co.: „Weil die ganze historische Erzählung über Männer immer nur von Heldentaten und Männern an der Spitze geprägt ist. Deswegen ist es so schwer, diese Wahrnehmung endloser Dominanz loszulassen. Dazu kommt, dass junge Burschen im Bildungssystem gewaltig abstinken, von Frauen überholt werden. Dann werden sie anfällig für besorgniserregende Männlichkeitsbilder.“

Durch Vereinsamung wird das Feindbild immer stärker
Was tun? Socia-Media-Verbote für Kinder seien ein wichtiger Schritt, ebenso müsse im Bildungssystem angesetzt und so genannte Drittorte, also soziale Räume abseits von Schule und Zuhause, geschaffen werden: „Damit sich die jungen Leute überhaupt begegnen können. Denn die größten Teile der Kommunikation laufen mittlerweile digital, da lernt man nicht, auf andere Menschen zuzugehen. Diese Burschen sind unglaublich vereinsamt, haben keinen Kontakt zur echten Welt und schon gar nicht zu Frauen. Dadurch wird das Feindbild stärker.“

„Die Zukunft der Männer – Eine Generation zwischen Wut und Utopie“ von Tristan Horx (180 Seiten) ...
„Die Zukunft der Männer – Eine Generation zwischen Wut und Utopie“ von Tristan Horx (180 Seiten) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.(Bild: Klaus Vyhnalek / www.vyhnalek.com)

Gleichzeitig entwickelt sich eine verstärkende Spirale, wollen viele junge Frauen nichts mehr von Männern wissen: „Es ist nachvollziehbar, dass sich die das nicht mehr antun wollen. In Korea ist das eine richtige Bewegung geworden, wird den Männern systematisch Nähe entzogen. Aber diese Entfremdung verschlimmert den Effekt. Es ist eine ernste Situation. Sie kann nur durchbrochen werden, wenn beide Seiten aufeinander zugehen.“ Daher appelliert er an die Frauen: „Bitte rettet die Männer vor sich selbst. Ihr seid die Einzigen, die das können.“ Denn sie seien generell besser darin, soziale Beziehungen aufzubauen, da sie nachweislich emotional intelligenter seien.

Horx hat sein neues Buch übrigens seiner Mutter gewidmet, da sie ihm positive Männlichkeit beigebracht habe – und wie hat sie das angestellt? „Einerseits mit Regulativen, gerade in der Pubertät, denn jeder Jugendliche hat Phasen, wo er wirklich dumme Sachen sagt. Andererseits hat sie mir vermittelt, was ein Gentleman ist, denn sie ist Engländerin. Das ist ganz tief in mir verankert.“ Er hält also auch heutzutage noch der Frau die Autotüre auf – obwohl das die Generation Z auch bereits als „toxische Männlichkeit“ angeprangert hat ...

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