„Starnacht“ 2026

Lampenfieber, Gebete und große Erinnerungen

Adabei Österreich
19.09.2026 06:00

Bevor am Samstagabend rund 6000 Fans die „Starnacht in der Wachau“ feiern und dies live gesendet wird, haben wir uns bei den Proben backstage umgehört. Zwischen Comebacks, Premieren und Lampenfieber verrieten Glasperlenspiel, Unheilig, Joey Heindle, Nino de Angelo und Francine Jordi, was sie vor dem großen Auftritt bewegt.

Zwischen Sonnenschein, der wunderschönen Donau und den Wachauer Weinbergen tummelten sich bereits am Freitag nationale und internationale Künstler bei den Proben für die „Starnacht“. Bevor am Samstagabend live aus der Wachau gesendet wird, durften wir einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen und haben uns mit einigen bekannten Persönlichkeiten unterhalten. Und dabei wurde schnell klar: Auch backstage gibt es einiges zu erzählen.

Ein kleines Comeback gab es für Glasperlenspiel. Zuletzt waren Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg 2016 bei der Starnacht dabei, heuer sorgten sie mit ihrem größten Hit „Geiles Leben“ erneut für Stimmung. „Wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein. Wir lieben Österreich – und das gute Essen“, schwärmt Niemczyk.

Glasperlenspiel kehren nach zehn Jahren wieder zurück.
Glasperlenspiel kehren nach zehn Jahren wieder zurück.(Bild: Imre Antal)

Von Schattenseiten und Premieren
Nach acht Jahren ohne neues Album fühlt sich die Rückkehr mit frischer Musik für das Duo zudem besonders an. „Man ist natürlich immer nervös, wie die neuen Songs ankommen“, verrät Niemczyk. Ihren Überhit „Geiles Leben“ sehen die beiden mittlerweile vor allem als Geschenk. Ganz ohne Schattenseite war der Erfolg aber nicht: „Egal, was du rausbringst, du wirst immer daran gemessen“, erklärt Grunenberg. Umso wichtiger sei es ihnen gewesen, sich musikalisch weiterzuentwickeln und nicht einfach denselben Song noch einmal zu machen.

ür Ex-DSDS-Star Joey Heindle ist die Musik-Gala hingegen eine Premiere. Ganz ohne Lampenfieber geht es aber auch bei ihm nicht. Sein Rezept ist ein sehr persönliches: „Vor jedem Auftritt bete ich und gehe noch einmal in mich.“ Fünf Minuten vor dem Auftritt brauche er vor allem eines: Ruhe. Überhaupt blickt Heindle heute anders auf seine Karriere als noch zu DSDS-Zeiten. Damals sei plötzlich alles sehr schnell gegangen. „Ich würde dem jüngeren Joey sagen, dass er verdammt gut auf sich aufpassen und auf sein Herz hören soll“, erzählt er. Nach der Starnacht wartet bereits die nächste Herausforderung: Ende des Jahres steht er im „Cinderella“-Musical auf der Bühne. „Schauspielern war schon als Kind ein großes Ding für mich“, sagt er.

Premiere in der Wachau: Vor einem Auftritt setzt Joey auf Ruhe und Gebete.
Premiere in der Wachau: Vor einem Auftritt setzt Joey auf Ruhe und Gebete.(Bild: Imre Antal)

Die Familie immer im Gepäck
Auch Unheilig-Frontmann der Graf feiert sein Starnacht-Debüt. Nach fast zehn Jahren Pause steht er seit einiger Zeit wieder auf der Bühne. Fernsehen mache ihn dennoch nervöser als ein Konzert. „Bei einer TV-Show weißt du nicht genau, wie du ankommst. Und ich bin ein Kontrollmensch“, verrät er. Seit seinem Comeback hat sich für ihn auch backstage einiges verändert. „Meine Familie darf heute nicht mehr fehlen“, erzählt der Graf. Frau, Hund und die Menschen, die ihm nahestehen, seien bei vielen Auftritten dabei. „Nach einem Konzert mit Tausenden Menschen bin ich froh, wenn ich wieder zurückkomme und aufgefangen werde.“

Ohnehin blickt der Musiker heute anders auf Erfolg als früher. „Was bringt dir der größte Erfolg, wenn dein Herz nicht glücklich ist?“, fragt er. Gerade während seiner Auszeit habe er gemerkt, wie wichtig ihm Familie und Privatleben seien – aber auch, wie sehr ihm die Musik fehlt. „Ich dachte, ich könnte ohne Musik leben. Das konnte ich auch – aber richtig glücklich war ich damit nicht.“

Unheilig feiert in der Wachau ihre Starnacht-Premiere.
Unheilig feiert in der Wachau ihre Starnacht-Premiere.(Bild: Imre Antal)

Zwischen Lampenfieber und einem Hexenschuss
Deutlich gelassener sieht es Nino de Angelo. „Nervös werde ich eigentlich nur noch, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert – ein Hexenschuss oder Zahnschmerzen“, scherzt der 62-Jährige. Ein bisschen Lampenfieber gehöre aber auch für ihn noch dazu: „Wenn das irgendwann ganz weg ist, sollte man sich Gedanken machen.“

Die Wachau genießt er dafür umso mehr. „Die Landschaft ist schön und erinnert mich an meine Heimat Italien.“ Und auch nach mehr als vier Jahrzehnten auf der Bühne hat er seinen ganz persönlichen Klassiker natürlich im Gepäck. „Jenseits von Eden“ sei für ihn heute ganz klar „ein Segen“, erzählt de Angelo. Zwar habe es Zeiten gegeben, in denen ihn genervt habe, ständig an diesem einen Hit gemessen zu werden. Heute sei er stolz darauf: „Am Ende gehört ,Jenseits von Eden‘ einfach dazu.“

Nino de Angelo fühlt sich in der Wachau fast wie in Italien.
Nino de Angelo fühlt sich in der Wachau fast wie in Italien.(Bild: Imre Antal)

Auch Francine Jordi kennt die „Starnacht“ bestens. Sechsmal war die Schweizerin bereits dabei – und die Begeisterung ist geblieben. „Die Wachau ist einfach ein Traum“, schwärmt sie von der Kulisse. Auch die Probe verlief für sie entspannt trotz einiger kleinen Komplikationen: „Wenn alle ihren Job machen, dann ist es super.“ Besonders schätzt Jordi die Herzlichkeit hinter den Kulissen und natürlich das Publikum. „Die Österreicher wissen, wie man feiert – da müssen wir Schweizer schauen, dass wir nachkommen.“

Francine Jordi ist schon ein „alter“ „Starnacht“-Hase und findet das österreichische Feiern ...
Francine Jordi ist schon ein „alter“ „Starnacht“-Hase und findet das österreichische Feiern besser als bei den Schweizern.(Bild: Imre Antal)

Bei all der Aufregung, den großen Hits und den persönlichen Comebacks geht es am Ende aber vor allem um eines: die Menschen zu berühren. Was sollen die Zuschauer also von diesem Abend mit nach Hause nehmen? Für Nino de Angelo ist die Antwort klar: „Eine Erinnerung, die nie verblasst.“

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