Neues Positionspapier

Neos wollen Privatunis den Geldhahn zudrehen

Innenpolitik
19.09.2026 06:00

Die Unis müssen sparen und die Studenten sollen zahlen: Mit höheren Gebühren und dem Aus für Steuergeld an Privatunis wollen die Neos das Hochschulsystem umkrempeln.

Langzeitstudenten geht es an den Kragen – zumindest, wenn es nach den Neos geht. Nachdem Österreichs Unis aufgrund der drohenden Budgetkürzungen schon jetzt harte Sparmaßnahmen ergreifen, legen die Pinken nun ihre Vorstellungen vor.

In einem neuen Positionspapier zur Hochschulstrategie schlagen sie vor, die Studiengebühren kräftig zu erhöhen. EU- und EWR-Bürger sollen nach Überschreiten der Toleranzsemester künftig rund 700 statt derzeit 363,36 Euro pro Semester bezahlen. Begründung: Seit der Einführung im Jahr 2001 seien die Beiträge nie an die Inflation angepasst worden.

Studenten aus Drittstaaten sollen 2500 pro Semester zahlen
Noch teurer soll es für Studierende aus Drittstaaten werden. Für sie soll ein Semester künftig 2500 statt derzeit 726,72 Euro kosten. Im Gegenzug wollen die Neos ihren Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und gefragten Talenten bessere Chancen geben, nach dem Studium in Österreich zu bleiben. „Höhere Beiträge für Drittstaatsangehörige und Langzeitstudierende brächten rund 100 Millionen Euro pro Jahr“, rechnet Wissenschaftssprecherin Martina von Künsberg Sarre vor.

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Heute beenden nur 21 Prozent der Studierenden ihr Bachelorstudium in der Regelzeit.

Martina von Künsberg Sarre, Neos-Wissenschaftssprecherin

Doch nicht nur beim Geld wollen die Pinken die Daumenschrauben anziehen. Derzeit müssen Studenten innerhalb von zwei Studienjahren mindestens 16 ECTS-Punkte schaffen. Diese Mindestleistung soll zumindest verdoppelt werden. Dafür müsse allerdings garantiert sein, dass die Studenten auch tatsächlich einen Platz in den benötigten Kursen bekommen und besser betreut werden. „Heute beenden nur 21 Prozent der Studierenden ihr Bachelorstudium in der Regelzeit“, argumentiert von Künsberg Sarre.

Auch bei den Hochschulen selbst wollen die Neos ausmisten. 77 Einrichtungen und rund 3600 Studienangebote seien zu viel. Kooperationen, gemeinsame Services und sogar Zusammenschlüsse sollen daher finanziell belohnt werden.

Kritik an „Prestigeprojekten“ der Landeshauptleute
Öffentlich finanzierten Privatuniversitäten will von Künsberg Sarre überhaupt den Geldhahn zudrehen. Künftig soll nur noch „privat“ heißen dürfen, wer auch ausschließlich privates Geld verwendet. „Es ist nicht einzusehen, dass sich jeder Landeshauptmann mit Steuergeld irgendwelche Prestigeprojekte gönnt“, sagt sie. Als Beispiel nennt die Neos-Politikerin die neue IT:U in Oberösterreich. Diese müsse in die Johannes Kepler Universität eingegliedert werden, anstatt daneben neue Strukturen aufzubauen.

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