Ein 86-Jähriger investierte rund 40.000 Euro in die angebliche Entwicklung eines Impfstoffs gegen Krankenhauskeime und bewegte einen Architekten zu weiteren 13.000 Euro. Wegen schweren Betrugs stand er nun vor Gericht – wurde aber selbst als Opfer gesehen und freigesprochen.
Ein Investment in Sachen Gesundheit brachte einen 86-Jährigen nun in St. Pölten vor Gericht. Rund 40.000 Euro habe er in die Forschung eines neuen Impfstoffs gegen Krankenhaus-Keime gesteckt. „Ich kann nicht sagen, wo das Geld hin ist“, erklärt der Pensionist und glaubt immer noch an ein Wunder. „In zwei Wochen bekomme ich eine Bank-Sicherheitsleistung über 800.000 Euro. Dann fließen 1,2 Milliarden Euro“, so der Angeklagte. Für die Forschungsarbeit.
Aussicht auf gute Rendite
Zumindest wird ihm das seit Langem von einem gewissen Herrn Benni versprochen. Weil der 86-Jährige selbst nur über 30.000 Euro verfügte, lockte er einen Architekten für die Forschung an dem Medizinprodukt in Summe 13.000 Euro heraus. Mit der Aussicht auf eine gute Rendite. Doch von dem Geld fehlt jede Spur.
Ich bezweifle, dass Sie ein Betrüger sind. Vielmehr sind Sie selbst ein Opfer von Betrügereien in Form eines mutmaßlichen Investments geworden.
Herr Rat beim Prozess in St. Pölten
Der Pensionist sei im Zuge des Forschungsprojektes selbst Teilinhaber einer Schweizer Firma mit Sitz in der Nähe von Zürich. Der Name will dem Pensionisten vor Gericht in St. Pölten aber nicht einfallen. Auf einem Raststätten-Parkplatz sei das Geld an besagten Herrn Benni übergeben worden.
„Sind sie recht leichtgläubig?“
Wie dieser mit Nachnamen heißt, wissen weder der Angeklagte noch Opfer oder Zeugen. „Sind Sie recht leichtgläubig?“, will Herr Rat wissen. Früher sicher, jetzt passiere ihm das nicht mehr, antwortet der Pensionist. „Ich bin erst dreimal so eingefahren“, hält der Angeklagte fest. „Aber ich zahle das zurück, notfalls borgt mir meine Ex-Frau die Summe“, beteuert der 86-Jährige und wird vom Vorwurf des schweren Betrugs freigesprochen.
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