„Krone“-Serien-Kritik

Das (Liebes-)Leben ist mit 50 noch nicht vorbei

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20.09.2026 05:30

Mit „Pulling“, „Catastrophe“ und „Bad Sister“ hat Sharon Horgan bereits mehrere Erfolgsserien abgeliefert. In ihrer neuen romantischen Komödie „Youth“ setzt sie sich mit dem Älterwerden sowie dem Suchen nach Sex und Liebe auseinander.

Als sie beim Termin mit einem potenziellen Klienten plötzlich eine Kiefersperre ereilt, bringt das bei Literaturagentin Alex (Sharon Horgan) einige Gedanken ins Rollen. Die vermutete Erstdiagnose einer Arthritis hört sich genauso schlimm an, wie die Auflagen, die damit einhergehen: Vorerst kein zähes Fleisch essen und kein Oralverkehr! „Das ist nur ein Alterding“, versucht die behandelnde Ärztin zu beruhigen. Doch die Vorstellung, dass es sich mit 50 um den „Beginn eines allgemeinen Verfalls“ handeln könnte, wie es Alex selbst formuliert, wirkt alles andere als beschwichtigend. Alex ist geschieden, berufstätig, kümmert sich um ihre in die Jahre gekommen Eltern und hat auch noch einen vermeintlich erwachsenen Sohn namens Ruari (Aran Murphy), der emotional kein Fels in der Brandung ist. Da stellt sich Alex berechtigterweise irgendwann die Frage: „Wann hat das alles aufgehört lustig zu sein?“

Alex (Horgan) ist fest entschlossen, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.
Alex (Horgan) ist fest entschlossen, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.(Bild: HBO)

Nachdem sich ihr Sohn nun endlich Richtung Uni aufmacht, sieht Alex endlich die Chance, sich wieder um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Es ist also an der Zeit sich auf die Suche Sex und Liebe zu machen – inklusive rauchender Martinis und langen Nächten im Club, denn Alex ist sich sicher: in ihrem „fortgeschrittenen“ Alter darf man keine Sekunde verschwenden.

Zerrissenheit ohne Selbstmitleid

Ihr Talent, einem schon oft gesehenen Stoff eine neue spannende Sichtweise abzuringen, hat Horgan mit ihren bisherigen TV-Kreationen schon öfter gezeigt. Diesmal schöpft die 56-jährige Irin, dank ihrer eigenen Erfahrungen, die sie mit Anfang 50 gemacht hat, aus dem Vollen. Die weibliche Zerrissenheit, immer für alle da zu sein, dem ständigen daraus resultierenden Druck standzuhalten, während man sich ständig Sorgen macht, packt Horgan – die auch das Drehbuch geschrieben und produziert hat – mühelos in ihren Charakter. Eben so, wie es die meisten Frauen im echten Leben tun. Diesen Pathos zu schaffen, ohne sich dabei in Selbstmitleid zu suhlen, sondern – ganz im Gegenteil – andere damit auch noch zum Lachen bringen und ihnen Hoffnung zu schenken, ist Fernsehen vom Feinsten.

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