Wer in Niederösterreich zu einem Facharzt muss, braucht vor allem viel Geduld. Wochenlange Wartezeiten sind in Kassenpraxen üblich. Immer mehr Mediziner winken bei neuen Patienten überhaupt gleich ab.
Mehr als drei Monate dauert es in den meisten Fällen, bis ein Patient in Niederösterreich auf dem Untersuchungstisch eines Internisten liegt. Bis zu 65 Tage müssen sich Betroffene in Geduld üben – das beschert Kassenärzten dieses Fachgebiets den ungeliebten Spitzenplatz im Wartezeiten-Ranking. Vor einem Jahr lagen die Internisten noch bei knapp drei Wochen weniger. Damals war ein Termin beim Urologen die härteste Geduldsprobe. Dort wartet man heuer mit 57 Tagen knapp eine Woche kürzer.
Enorme Unterschiede zum Vorjahr
Erhoben hat die Werte in einer aktuellen Studie krankenversichern.at, ein digitaler Makler für Krankenversicherungen. Wobei es zwischen den Wartezeiten im Vorjahr und heuer oft eklatante Unterschiede gibt. Bei Kardiologen gab es einen Anstieg von 22 auf 43 Tage, bei Augenärzten sogar von 30 auf 61 Tage. Doch es gibt auch augenfällige Verbesserungen. In der Psychiatrie sank die Wartezeit in Kassenpraxen von 60 auf durchschnittlich 44 Tage.
Keine Termine für neue Patienten
„Diese Schwankungen nach oben und unten liegen daran, dass wir knapp 30 Prozent neue Ärzte in der Studie hatten“, erklärt Pressesprecher Sebastian Arthofer. Das sei notwendig gewesen, weil knapp ein Drittel aller Kassen-Fachärzte in Niederösterreich keine neuen Patienten aufnimmt und daher nicht mehr abgefragt wurde. Besonders schlimm sei die Situation bei Hautärzten und Gynäkologen: „Da vergeben sogar zwei Drittel der Ordinationen keine Termine für neue Patientinnen und Patienten.“
Quer über alle Fachrichtungen muss man derzeit rund 34 Tage auf einen Kassenarzttermin in Niederösterreich warten. Am besten schneiden in der Studie übrigens die Hausärzte ab – mit zwei Tagen Wartezeit!
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