Ein Jahr nach den Enthüllungen rund um Vorarlbergs Fahrprüfungen zieht die Opposition eine vernichtende Bilanz. Eine Landtagsanfrage an Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) zeigt: Das Land greift weiterhin auf fremde Prüfer zurück, baut versprochene Belastungsgrenzen wieder ab und verweigert zentrale Antworten zur Verantwortung der Regierungsspitze.
Ein Hauptstreitpunkt bleibt die Hilfe von außen: Von 41 Fahrprüfern arbeiten nur zwölf regulär beim Land. Zehn Prüfer aus anderen Bundesländern mussten einspringen und nahmen von September 2025 bis Juli 2026 über 1500 Prüfungen ab. Ob das System inzwischen alleine läuft, lässt die Regierung offen. Auch versprochene Grenzen fallen scheinbar weg. Statt maximal 40 Prüfungen pro Monat nennt die Antwort plötzlich 100 bis 120 pro Quartal.
Regierung bleibt Antworten schuldig
Besonders scharf kritisiert Lackner die Lücken bei den Fakten. Die Regierung nennt zwar sieben Beschwerden für 2026, hat für die Jahre davor aber gar keine Zahlen erfasst. Ob zwei Prüfer, vor denen Gutachter ausdrücklich warnten, immer noch arbeiten, bleibt unklar. Zudem gehen Ergebnisse und Durchfallquoten zwar an Fahrschulen, nicht aber an den Landtag. Wann Landeshauptmann Wallner und seine Landesräte erstmals von den Problemen wussten, beantwortet das Land ebenfalls nicht.
Die NEOS fordern nun, Aufgaben klar zu trennen, Daten offenzulegen und Beschwerden unabhängig zu prüfen.
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