Mo, 10. Dezember 2018

Sexuelle Belästigung

01.12.2014 15:22

Indische Schwestern wehrten sich gegen Grapscher

Mit ihren Fäusten und Gürteln setzten sie sich gegen drei Männer zur Wehr, die sie in einem Bus offenkundig sexuell belästigten: Nach der Veröffentlichung eines Videos von ihrem mutigen Gegenangriff sind zwei indische Schwestern am Montag als Heldinnen gefeiert worden. Selbst die Regionalregierung lobte ihre Courage.

Die 22-jährige Arti Kumar und ihre drei Jahre jüngere Schwester Pooja waren am Freitag auf dem Heimweg in einem voll besetzten Bus im Bezirk Rohtak auf aggressive Weise belästigt worden. Während die anderen Buspassagiere untätig zuschauten, setzten sich die beiden jungen Frauen zur Wehr. Handyaufnahmen einer schwangeren Passagierin von dem Vorfall wurden im Internet zum Renner und von den indischen Nachrichtensendern in Endlosschleife wiederholt, am Sonntagabend nahm die Polizei dann die mutmaßlichen Peiniger fest.

"Begrapschten und beleidigten uns": Mädchen wehrten sich
"Sie machten obszönen Gesten, begrapschten und beleidigten uns", berichtete Pooja Kumar am Montag dem Sender NDTV. "Schließlich hielten wir es nicht mehr aus und begannen sie zu schlagen. Einer der Männer packte die Hand meiner Schwester, der andere hielt mich am Nacken fest. Erst da zog meine Schwester ihren Gürtel aus und fing an auf sie einzuschlagen."

Der Polizeisprecher des Bezirks Rohtak, Ved Singh Nain, lobte die rasche Reaktion der Ermittler. Der Regierungschef von Haryana versprach den jungen Frauen 31.000 Rupien (400 Euro) als Belohnung für ihr beherztes Verhalten. Im Internet wurden die beiden Schwestern gefeiert, die anderen Passagiere aber für ihre Passivität scharf kritisiert. Viele Kommentatoren hofften, der jüngste Vorfall könne zu neuen Protesten gegen die weitverbreitete sexuelle Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit führen.

"Zuschauer wacht auf!"
"Mutige Mädchen voran! ... Zuschauer wacht auf!", schrieb die aus dem Kinofilm "Slumdog Millionär" bekannte Schauspielerin Freida Pinto auf Twitter. Es sei "eine Schande, dass die einzige, die nicht untätig blieb, eine schwangere Frau war".

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