Start ins neue Jahr

56.212 Kids drücken im Ländle wieder die Schulbank

Vorarlberg
14.09.2026 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit dem Ende der Sommerferien herrscht in Vorarlbergs Klassenzimmern wieder Leben: Mehr als 56.000 Schülerinnen und Schüler sowie über 7000 Pädagogen starten in das Schuljahr 2026/27. Neben dem demografischen Wandel sorgt zum Schulauftakt vor allem die politische Debatte um die Ganztagsbetreuung für Gesprächsstoff.

Insgesamt 56.212 Kinder und Jugendliche sowie 7019 Pädagoginnen und Pädagogen haben am Montag den Schulbetrieb im Ländle aufgenommen. Für 5578 Taferlklassler beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt – das sind  um 179 Kinder weniger als noch im Schuljahr zuvor. Bildungsdirektor Heiko Richter sieht in diesem Rückgang den spürbaren demografischen Wandel im Land widergespiegelt.

Breites Ganztagsangebot, aber Kürzung bei verschränkten Klassen
Das Thema Nachmittagsbetreuung bleibt ein zentraler Pfeiler der Vorarlberger Bildungslandschaft: An 169 Pflichtschulen steht für mehr als 14.100 Mädchen und Buben ein ganztägiges Betreuungsangebot bereit. An zehn Standorten werden zudem 42 verschränkte Ganztagsklassen geführt, bei denen sich Unterricht und Freizeitaktivitäten flexibel über den achtstündigen Schultag abwechseln.

Die Landesregierung fährt die Zusatzförderung zurück – laut Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) eine pragmatische Entscheidung: „Die höhere Förderung hat keine Wirkung gezeigt.“ Im Gegenteil sei die Zahl der verschränkten Ganztagsklassen trotz der finanziellen Anreize zuletzt gesunken.

Kritik der Opposition an 70.000-Euro-Einsparung
Die Entscheidung der schwarz-blauen Landesregierung stößt bei der Opposition auf heftigen Widerstand, da den betroffenen Schulen im neuen Schuljahr insgesamt 70.000 Euro fehlen werden.

Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink.
Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink.(Bild: Diverse Fotografen honorarfrei)

Kritik kommt unter anderem von den Neos. „Schöbi-Fink kürzt Ganztagsklassen kaputt! Wer mitten in der Planung kurzfristig die Rahmenbedingungen verändert, gefährdet genau jene bestehenden Standorte, die dieses Modell mit viel Engagement überhaupt noch anbieten“, ärgert sich Bildungssprecherin Katharina Fuchs. Es sei der falsche Weg, ausgerechnet funktionierende Standorte finanziell zu belasten, während man auf eine angekündigte Dienstrechtsreform des Bundes wartet.

Auch die SPÖ spart nicht mit deutlichen Worten. Bildungssprecherin Manuela Auer bezeichnet den Schritt als kurzsichtige „Pfennigfuchser-Politik“ auf dem Rücken der Familien. „ÖVP und FPÖ riskieren, dass noch weniger Kinder die Möglichkeit haben werden, eine Ganztagesschule zu besuchen.“ Auch Auer betont, dass man die bevorstehende Bundesreform hätte abwarten müssen, statt bestehende Strukturen vorschnell zu schwächen.

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