„Meiner Meinung nach war das klar Abseits!“ Lustenau-Goalie Domenik Schierl wollte nach der 1:2-Niederlage bei der Wiener Austria partout nicht verstehen, warum der entscheidende Treffer gegeben und nicht aberkannt wurde.
Die Vorgeschichte: 92. Spielminute im Match der Wiener gegen die Lustenauer Austria. Es steht 1:1. Das Unentschieden wäre für die Veilchen zwar wieder kein expliziter Befreiungsschlag, immerhin aber wäre die Rote Laterne auch mit dem einen Punkt abgegeben. Doch die Violetten wollen mehr. Und greifen noch einmal an. Reinhold Ranftl flankt in den 16er, dort übernimmt Kang Hee Lee direkt per Kopf – Latte. Lee kann den Schwung nicht bremsen und bleibt auf der Torlinie liegen. Derweil setzt Kelvin Boateng zum Seitfallzieher an, um den Abpraller zu verwerten. Und tut das auch! 2:1, Riesenjubel in Wien Favoriten.
„Kann hier 20 Torhüter herstellen“
Aber zählt das Tor? Der VAR checkt. Und bleibt bei der Erst-Entscheidung des Schiris: Tor, 2:1 für die Veilchen. Sehr zum Unverständnis von Lustenau-Goalie Schierl. „Er behindert mich ganz klar in meinem Abwehrversuch“, sagt er nach dem Spiel ins „Krone“-Mikrofon: „Ich kann dir hier jetzt 20 Tormänner hinstellen, alle werden das Gleiche sagen. Er stört mich, er behindert mich, daher war das meiner Meinung nach klar Abseits.“ Das Argument des Schiedsrichters, dass Lee ja nicht zum Ball geschaut hätte, könne er nicht nachvollziehen.
Auch Mader versteht‘s nicht
Auch Lustenau-Trainer Mader schlug in die gleiche Kerbe. „Dann bekommst du noch ein Tor, das klar abseits war, und fährst mit null Punkten extrem enttäuscht heim. Aber es ist egal. Das Spiel wird nicht wiederholt werden, die Punkte werden nicht zurückkommen“, so der Coach.
Nicht die Nerven verlieren
Die Wiener Austria hingegen kann nach dem Befreiungsschlag wieder aufatmen. „Man darf nicht zu schnell die Nerven verlieren, wenn man einmal in einer etwas schwierigeren Situation steckt nach fünf Runden“, meinte Trainer Stephan Helm nach dem am Ende glücklichen 2:1 am Sonntag gegen Austria Lustenau. Im sportlichen Bereich könne man in Ruhe arbeiten. Damit das so bleibt, braucht es aber auch Ergebnisse – das weiß auch Helm.
Insofern war dem Last-Minute-Erfolg gegen die Vorarlberger schon eine große Bedeutung beizumessen. „Natürlich tut es gut, wenn man sich schnell in die richtigen Regionen bewegt, aber man darf sich davon nicht abhängig machen in der Bewertung und in der täglichen Arbeit“, sagte Helm. Sein Team verdoppelte die Punkteausbeute der bisherigen Saison und stieß vom letzten auf den achten Rang vor. „Von außen werden immer Tabelle und Resultat beurteilt, das ist aber keine Expertise“, monierte der Austria-Coach. Als Vereinsverantwortlicher müsse man vielmehr die Arbeitsweise und das Erreichen von Etappenzielen bewerten.
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