Die Front gegen die geplante Ableitung von Wasser aus dem Naturjuwel Namlosbach im Tiroler Außerfern wird breiter. Kritiker sprechen von einem Tabubruch. Auch Skisprung-Legende Toni Innauer gehört zu den Kämpfern für den Namlosbach. Der Alpenverein unterstützt die Initiative.
Die Bürgerinitiative Namlosbach, der WWF und der Landesumweltanwalt haben massive Bedenken an der geplante Ableitung von Wasser aus dem Namlosbach in den Rotlech-Stausee angemeldet. Das Vorhaben soll der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee der E-Werke Reutte (EWR) dienen. Die EWR führen Fachgutachten ins Treffen, die – wie es heißt – keine Verschlechterung des biologischen Zustands beim Namlosbach sehen, aber gleichzeitig Verbesserungen für den Rotlech.
Ein geschütztes Naturjuwel, wie den Namlosbach, zu zerstören, um Strom zu erzeugen, ist angesichts zunehmender Wasserknappheit der falsche Weg.

Toni Innauer
Bild: GEPA
„Eingriffe rechtlich und ökologisch inakzeptabel“
Doch die Front der Gegner wächst. Nun meldet sich der Landesverband Tirol des Österreichischen Alpenvereins zu Wort. Er stellt sich hinter Bürgerinitiative, WWF und Umweltanwalt. Der Namlosbach sei Teil des Natura-2000-Gebiets Tiroler Lech und gehöre zu den letzten 14 Prozent der österreichischen Fließgewässer in einem „sehr guten ökologischen Zustand“. „Der Lech und seine Zuflüsse sind als Wildflusslandschaft von europäischer Bedeutung. Solche Eingriffe sind rechtlich und ökologisch inakzeptabel“, sagt Klaus Freisinger, Naturschutzreferent des Tiroler Alpenvereins.
Den E-Werken Reutte wirft der Alpenverein Etikettenschwindel vor. Dort werde das Projekt als Ökologisierung der Plansee-Kraftwerkskette bezeichnet. Tatsächlich werde bei Umsetzung des Vorhabens das Wasser des Namlosbachs genutzt, um die gesetzlich vorgeschriebene Restwasserabgabe für den Rotlech zu ersetzen.
Dies sei offensichtlich, meint auch die Bürgerinitiative Namlosbach, die mit Musiker Toni Knittel und Skisprung-Legende Toni Innauer (WWF Flussbotschafter) prominente Mitstreiter hat. Die Initiative spricht von einem Tabubruch mit noch nicht absehbaren Folgen für das Natura-2000-Gebiet.
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