Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum des Universalmuseum Joanneum präsentiert die Wanderausstellung „Widerstand aufstellen?“ über den Kampf der Kärntner Slowenen gegen das NS-Regime. Zu sehen ist sie bis 10. Oktober in der Grazer Griesgasse 40.
Der Widerstand der Kärntner Slowenen gegen das NS-Regime gehört zu den am wenigsten aufgearbeiteten Vorgängen der jüngeren Geschichte. Für das Gedenken an ihren Kampf gab es nach dem Zweiten Weltkrieg nur ein kurzes Zeitfenster, in dem es nicht zu Unruhen führte. Aus dieser Ära stammt der bronzene Fackelträger des kärntnerisch-slowenischen Widerstands, den man nach Jahrzehnten im Keller des slowenischen Kulturvereins Radsberg/Radiše fand.
Fackelträger Jahrzehnte im Keller
Die Skulptur von Marijan Matijević stammt von 1949, als sich das Zeitfenster schon wieder schloss, und wurde nie öffentlich aufgestellt. Sie hat noch zwei Gegenstücke desselben Bildhauers – eines steht in Zell, das andere zierte ein Partisanengrab am Friedhof in Völkermarkt, wo es Unbekannte 1953 in die Luft sprengten. 30 Jahre später wurde es restauriert und beim Peršmanhof (Partisanenmuseum und -gedenkstätte) wieder aufgestellt.
Nun steht der heroische Fackelträger, ursprünglich hatte ihn Matijević als Frau konzipiert, im Zentrum einer Wanderausstellung des Verbands der Kärntner Partisanen (in Kooperation mit dem Kärnten.Museum und dem Peršmanhof), die ihre große Tour dank KIÖR-Cefin Gabriele Mackert in Graz startet. An prominenten Orten in ganz Österreich soll so der Kampf der Partisanen im größeren Zusammenhang der Widerstandsbewegungen gesehen werden.
Die Gestalter der Schau, das Künstlerduo Paul Petritsch und Nicole Six, arbeiten mit einem fahnenroten Teppich, der dem Grundriss des Peršmanhofs entspricht, Infotafeln und einem Film über das Finden und Transportieren des Fackelträgers „von der Kärntner Slowenen Geschichte zur Kärntner Geschichte“.
Zwei Symposien und Rahmenprogramm
Die Skulptur an sich stellt mehr Fragen, als sie Antworten zu bieten hat. Diese sollen in zwei Symposien – heute ab 17 Uhr mehr politisch (mit Reinhard Braun, Peter Pirker, Heimo Halbrainer, Helena Verdel, Ljiljana Radonić) über die „Umkämpfte Erinnerung“ sowie zum Finale am 10. Oktober mehr künstlerisch mit „Brauchen wir noch Denkmäler?“ – behandelt werden.
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