Seit vier Jahrzehnten begeistert Andy Lee Lang als Musiker und Schauspieler zahllose Fans. Er kennt alle Höhen und Tiefen des Geschäftes, spricht offen über sein schweres Burnout. Mit 61 Jahren denkt der Entertainer inzwischen auch öfter über den Ruhestand nach.
„Jeden Tag, wenn ich aufstehe“, antwortet Andy Lee Lang lachend auf die Frage, wann er zuletzt gemerkt hat, dass er älter wird. Nach inzwischen 41 Jahren auf der Bühne kennt der Entertainer die Höhen und Tiefen des Showgeschäfts wie kaum ein anderer. Heute sind es nicht mehr ausschließlich Rock’n’Roll-Shows, die sein Leben bestimmen. In den vergangenen Jahren tauchten immer häufiger Fotos von ihm als Schauspieler auf Theaterbühnen auf.
Veränderungen in der Karriere
„Ich glaube, jede Karriere braucht Veränderung“, sagt er. „Auch Elvis Presley hat nur sechs Jahre Rock’n’Roll gemacht, danach war er Popsänger. Auch dieser Mensch hat sich verändert.“ Überhaupt sieht er den klassischen Rock’n’Roll mittlerweile kritisch. „Das ist die Generation meiner Eltern. Ich bin keine 20 mehr und kann in der Woche keine fünf Shows mehr spielen.“ Viele der alten Hits würden von Themen handeln, mit denen er sich heute nicht mehr identifizieren könne. „Die meisten Songs handeln von Sexualität und Leidenschaft. Das kann ich auch nicht mehr verkaufen“, zuckt der Vollblutmusiker die Schultern.
Viele Jahre getourt
Der 61-Jährige hat auf der halben Welt von Las Vegas über Nordafrika Shows gespielt. Viele. Über Jahre hinweg. Zu viele? „2005 hatte ich ein schweres Burnout, ich habe danach zweieinhalb Jahre keine Bühne betreten.“ Rückblickend spricht er von einer Depression. Der Erfolg konnte ihn damals nicht retten: „Ich hatte ein ausverkauftes Vienna International Center vor 5000 Leuten und wollte trotzdem nicht mehr vom Bett aufstehen.“ Ein verändertes Umfeld, Management und neue Projekte brachten ihn wieder ins Leben zurück.
Theaterspielen als Leidenschaft
Das Theaterspielen wurde zu seiner großen Liebe. In der Liebe hat er im Privatleben nicht so viel Glück: „Ich bin manchmal Single, manchmal nicht. Was kommt, ergibt sich“, zeigt sich Lang offen. Leicht sei die Partnersuche in seinem Beruf allerdings nie gewesen. „Ich reise gern und das ist nicht besonders beziehungsfreundlich.“ Sein Leben für eine Beziehung umzukrempeln, kann er sich nicht vorstellen. „Dass ich für irgendjemanden zum Einsiedlerkrebs werde, passiert nicht.“
Gedanken an Ruhestand
Und dennoch wird er nicht mehr allzu lang Vollgas geben. Mit 61 Jahren denkt der Entertainer inzwischen auch an den Ruhestand. „Ich habe vor, in vier Jahren in Pension zu gehen und nur mehr sporadisch aufzutreten“, verrät er. Ganz ohne Bühne wird es aber wohl nicht gehen. Bereut er etwas? Vieles nicht. Im Gegenteil. Wenn er auf seine Karriere zurückblickt, überwiegt die Dankbarkeit. „Ich habe mit über 60 Legenden eine Bühne geteilt und war musikalisch fast auf der ganzen Welt unterwegs.“
Ein Traum ist offen
Sein persönliches Fazit fällt entsprechend aus: „Das Leben, von dem ich geträumt habe, ist eigentlich in Erfüllung gegangen. Auch wenn ich kein Weltstar geworden bin – es war bis dato ein cooles Leben.“ Nur ein Traum wird für immer unerfüllt bleiben. „Ich wollte einmal den Kilimandscharo besteigen“, sagt Lang und lächelt. „Das wird sich wahrscheinlich nicht mehr ausgehen.“ Sei’s drum. Seine Fans über Jahrzehnte hin glücklich zu machen, ist doch auch einiges wert.
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