Die Käferbohnen-Produzenten rechnen wegen des Hitzesommers mit einer schlechten Ausbeute. Die Konsequenz: Immer mehr China-Import flutet den heimischen Markt. Warum man dennoch nicht zur Billigware greifen sollte.
Andreas Cretnik, Geschäftsführer von Steirerkraft, findet drastische Worte: „Die heurige Ernte wird mit Sicherheit katastrophal werden. Wir rechnen je nach Region mit Erträgen zwischen Totalausfall und maximal 500 bis 600 Kilogramm.“ Damit würde diese Saison wohl noch schlechter ausfallen als die desaströse Ernte 2024.
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt; Erntezeit ist erst im Spätherbst. „Die Menge hängt stark von den nächsten Wochen ab“, erklärt Fritz Rauer, Obmann der Plattform zum Schutz der Steirischen Käferbohne, der sich schon 180 Bauern angeschlossen haben. Rauer bewirtschaftet selbst Anbauflächen in Bad Blumau: „Die Bohnen können bis Ende September noch Schoten ansetzen. Wenn der Frost erst Ende November kommt, können sie bis dahin noch reifen. Wir sollten nicht den Teufel an die Wand malen.“
Die Bohnen können bis Ende September noch Schoten ansetzen. Wenn der Frost erst Ende November kommt, können sie bis dahin noch reifen.

Fritz Rauer
Obmann der Plattform zum Schutz der Steirischen Käferbohne
Bild: Christian Jauschowetz
Die Gründe für die durchwachsene Saison sind leicht erklärt: Die Käferbohne verträgt weder Hitze noch Trockenheit. Bei länger anhaltenden Temperaturen über 30 Grad – wie so oft diesen Sommer – fallen die Blüten ab, Bienen und Hummeln können sie nicht befruchten, und es bilden sich weniger Fruchtansätze. „Bei der Hitze wundert man sich, dass überhaupt noch etwas wächst“, meint Rauer.
Wer Regionalität und Qualität haben will, sollte solidarisch mit den Landwirten sein.

Andreas Cretnik
Geschäftsführer Steirerkraft
Bild: diemosbachers
Die Auswirkungen bekommen wir Konsumenten zu spüren. Immer wieder steht man vor leeren Regalen oder staunt über gestiegene Preise (4,49 Euro für die Dose von Steirerkraft). Allerdings: „Wer Regionalität und Qualität haben will, sollte solidarisch mit den Landwirten sein“, betont Cretnik. Mit dem Griff zur Billigware macht man den heimischen Bauern das Leben schwer. Entscheidend ist die Kennzeichnung „Steirische Käferbohne g. U.“, ansonsten könnte man auf Tricksereien – z. B. steirischer Firmensitz mit importierter Ware – hereinfallen.
Seit der Missernte 2024 drängt immer mehr Importware auf den Markt. Weil die steirischen Vorräte aufgebraucht waren, kauften einige Händler chinesische Käferbohnen zu. Jetzt haben diese überhandgenommen: Cretnik schätzt den Marktanteil auf 90 Prozent! Er warnt: „Ausländische Ware mag zwar günstiger sein, sie birgt aber Risiken wie das Schwermetall Cadmium.“
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